Darum gehts
- Nervensägen erhöhen laut Studie das biologische Alter um rund 1,5 Prozent jährlich
- Stress durch belastende Beziehungen fördert Entzündungen, schwächt das Immunsystem und Herzgesundheit
- Studie mit 2000 Erwachsenen belegt gesundheitliche Auswirkungen sozialer Konflikte
Nervensägen sind die Zeiträuber des Lebens, wortwörtlich. Jeder kennt Personen, die dauerhaft Stress erzeugen, ständig Konflikte suchen oder Probleme machen. Ein streitlustiger Mitbewohner, ein unzufriedener Chef oder sogar das eigene Kind kann unser biologisches Alter spürbar beschleunigen. Dauerstress durch solche Menschen wirkt sich nicht nur emotional aus, sondern auch körperlich, wie etwa Entzündungen, ein schwaches Immunsystem und ein erhöhtes Herzkrankheitsrisiko inklusive.
Forscher der New York University und der Indiana University, angeführt vom Soziologen Byungkyu Lee und der Soziologin Brea Perry, untersuchten über 2000 Erwachsene aus Indiana. Sie wollten herausfinden, wie belastende Beziehungen unser biologisches Alter beeinflussen, und die Ergebnisse sind alarmierend: Nervensägen beschleunigen den Alterungsprozess messbar.
Die heimlichen Zeitdiebe
Die Teilnehmer wurden gefragt, wie ihre Beziehungen in den vergangenen sechs Monaten waren, wie oft andere sie gestresst oder ihnen Probleme gemacht haben und wie sie ihre eigene Gesundheit einschätzen. Zusätzlich wurden Speichelproben gesammelt, um epigenetische Marker zu untersuchen. Mithilfe modernster DNA-Analyse konnten die Forscher individuelle Alterungsmuster, gesundheitliche Risiken und Mortalität vorhersagen.
Brea Perry erklärte der «Washington Post»: «Selbst kleine Effekte auf das biologische Altern können sich summieren.»
Wer also regelmässig mit Nervensägen zu tun hat, altert um rund 1,5 Prozent schneller. Besonders hart trifft es, wenn es sich um Familienmitglieder handelt, wie Eltern oder Kinder.
Glückliche Menschen sind ein Jungbrunnen
Aber nicht alle Menschen ziehen uns runter, positive Menschen wirken wie ein Jungbrunnen. Wer sich mit Leuten umgibt, die Energie geben, zuhören und Freude verbreiten, schützt nicht nur seine Psyche, sondern auch seinen Körper. Eine aktuelle Studie aus dem International Journal of Public Health aus dem vergangenen Jahr zeigt deutlich: Menschen mit starker sozialer Einbindung haben im Vergleich zu sozial isolierten Personen ein deutlich geringeres Sterberisiko.
Bedeutet: Sie leben statistisch länger, weil soziale Bindungen Stress reduzieren, das Immunsystem stärken und Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Alterskrankheiten senken. Die Forscher analysierten Daten von über 36'000 Erwachsenen in Schweden und bestätigten, dass soziale Isolation direkt mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist.