Darum gehts
- Die falsche Schlafposition kann das Herz belasten
- Rückenschläfer riskieren Atemaussetzer, die Bauchlage schadet dem Nacken
- Wer auf der rechten Seite schläft, schützt sein Gehirn
Während Bauchschläfer oft nicht verstehen können, wie man flach auf dem Rücken schlafen kann, bekommen manche Seitenschläfer nur schon bei der Vorstellung, auf dem Bauch zu liegen und den Kopf zur Seite zu drehen, einen steifen Nacken.
Über die Frage, welche die bequemste Schlafposition ist, lässt sich streiten. Rein gesundheitlich betrachtet gibt es aber klare Vor- und Nachteile der Rücken-, Bauch- und Seitenlage. In einem Artikel der britischen Zeitung «The Telegraph» warnen zwei Schlafwissenschaftlerinnen vor den Langzeitfolgen einer ungünstigen Schlafposition.
Die Tücken der Rückenlage
Ein häufiges Problem im Zusammenhang mit dem Schlafen auf dem Rücken ist die Schlafapnoe. Dabei entspannt sich das Gewebe im hinteren Rachenraum, was die Atemwege verengt und zu Schnarchen und gefährlichen Atemaussetzern führt. Das beeinträchtige die Schlafqualität und könne zu chronischer Müdigkeit führen, sagt Schlafwissenschaftlerin Kat Lederle. «Ausserdem begünstigt eine Schlafapnoe Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.» Das Problem lasse sich verringern, indem man mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafe.
Für Menschen mit Rücken- und Nackenschmerzen ist die Rückenlage oft die beste Option. Physiotherapeutin und Schlafexpertin Sammy Margo rät dazu, ein Kissen unter die Knie zu legen, um die natürliche Form der Wirbelsäule zu unterstützen.
Links für den Magen, rechts fürs Gehirn
Die Seitenlage gilt als die beliebteste Schlafposition. Welche gesundheitlichen Auswirkungen sie hat, hängt stark davon ab, auf welcher Seite man liegt. Wer unter Sodbrennen oder Reflux leidet, sollte auf der linken Seite schlafen. Hier liege der Magen tiefer als die Speiseröhre, erklärt die Physiotherapeutin. «Das verhindert den Rückfluss von Magensäure.»
Menschen mit Herzerkrankungen wird hingegen empfohlen, auf der rechten Seite zu schlafen, um den Druck auf das Herz zu verringern. Studien zeigen, dass sich das Herz beim Liegen auf der linken Seite durch die Schwerkraft verschiebt. Das führt zu Veränderungen in der elektrischen Aktivität des Herzens. Wenn man auf der rechten Seite schläft, hält das umliegende Gewebe das Herz an seinem Platz.
Für die rechte Seite spricht auch die Gehirngesundheit. Denn während wir schlafen, werden im Gehirn Stoffwechselabfälle abtransportiert. Laut den Expertinnen gibt es Hinweise darauf, dass dieser Selbstreinigungsprozess besser funktioniert, wenn man auf der rechten Seite schläft. «Das könnte für Menschen interessant sein, die ein Risiko für Demenz, Alzheimer oder andere neurodegenerative Erkrankungen haben», so Lederle.
Gift für den Rücken
Auf dem Bauch zu schlafen, verhindert zwar oft das Schnarchen, führt aber am ehesten zu Nacken- und Rückenschmerzen. Margo rät Bauchschläfern, ein dünnes Kissen oder gar kein Kissen zu verwenden, um den Nacken in einer neutraleren Position zu halten. Ein Kissen unter das Becken zu legen, kann ebenfalls hilfreich sein, um den unteren Rücken zu stützen.
Wer seine gewohnte Schlafposition ändern möchte, sollte schrittweise vorgehen. Die Expertinnen empfehlen, in der ersten Nacht zuerst nur für fünf Minuten in der neuen Position zu liegen – und diese Dauer dann Nacht für Nacht um eine Minute zu steigern, bis sich der Körper an die Umstellung gewöhnt hat.