Das Inga-Prinzip
So hörst du endlich auf, ein People-Pleaser zu sein

Immer Ja sagen kann krank machen: Ein Psychotherapeut warnt, dass People-Pleasing auf Dauer das Risiko für Burnout und Depressionen erhöht. Er verrät einen simplen Trick, um Grenzen zu setzen.
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Grenzen aufzuzeigen, ist für People-Pleaser oft der schwierigste Schritt.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

  • People-Pleasing kann zermürbend sein und dem eigenen Wohlbefinden schaden
  • Der Zwang, es allen recht zu machen, beginnt meist in der Kindheit
  • Mit der Inga-Methode können Jasager lernen, Grenzen zu setzen
Jana Giger
Jana GigerRedaktorin Service

Du willst niemanden enttäuschen, sagst zu allem Ja, erfüllst ständig die Wünsche der anderen und vergisst dabei völlig, was du eigentlich selbst willst? Wenn dir das bekannt vorkommt, neigst du womöglich zum People-Pleasing. Eigentlich ist der Wunsch nach Harmonie, Anerkennung und Zugehörigkeit völlig normal. Doch er kann ein gefährliches Ausmass annehmen.

«Auf Dauer ist ein solches Verhalten sehr zermürbend und schädlich für das eigene Wohlbefinden», sagt Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, gegenüber dem Magazin «Geo». Er ist ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos im deutschen Bad Saulgau und betont, dass sich aus dem Dauerstress und der ständigen Erschöpfung ein Burnout entwickeln könne. Auch das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steige massiv.

Falsche Vorstellung von Liebe

Doch woher kommt dieser Zwang, allen gefallen zu wollen? Laut dem Experten liegt die Ursache oft in der Kindheit. Wer früh verinnerlicht hat, dass Liebe und Aufmerksamkeit an bestimmte Erwartungen geknüpft sind, empfindet seine eigenen Gefühle als weniger wichtig als die der anderen. «Dadurch wächst das Streben danach, allen Erwartungen gerecht zu werden.»

Jetzt lernen, Nein zu sagen: Santé24 hilft
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Jetzt lernen sich abzugrenzen und Nein zu sagen, um einer Erschöpfung oder Überforderung vorzubeugen.

Swica-Versicherte erhalten Hilfe durch psychologisches, psychotherapeutisches und psychiatrisches Fachpersonal von Santé24. Um einen Beratungstermin zu vereinbaren, kontaktieren Sie uns unter der Telefonnummer +41 44 404 86 86.

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Als Erwachsener aus dieser Ja-Sager-Spirale herauszukommen, ist gar nicht so einfach. Im ersten Schritt geht es laut Häfner darum, herauszufinden, was man eigentlich selbst will. Wer seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche jahrelang unterdrückt hat, muss erst wieder lernen, in sich hineinzuhören. Fragen wie «Wofür habe ich jetzt gerade die Kraft?» oder «Wo sind meine Grenzen?» können helfen.

So hilft das Inga-Prinzip

Der nächste Schritt ist, die eigenen Grenzen auch seinem Gegenüber aufzuzeigen – für People-Pleaser oft die grösste Herausforderung. Der Experte empfiehlt deshalb das sogenannte Inga-Prinzip. Die Methode soll helfen, sich von Erwartungen abzugrenzen und die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen:

  • I wie Interesse signalisieren: Zeige Verständnis für das Anliegen deines Gegenübers.
  • N wie Nein sagen: Sprich ein klares «Nein» aus.
  • G wie Grund nennen: Erkläre kurz, warum es gerade nicht geht.
  • A wie Alternative aufzeigen: Biete einen Kompromiss oder eine andere Lösung an.

«Am besten nimmt man sich erst mal nur kleine, harmlose Absagen vor», sagt Häfner. Es ist möglich, dass das Umfeld im ersten Moment vielleicht irritiert schaut, weil es das ständige «Ja» gewohnt ist. Mit etwas Übung setzt sich aber meist eine wichtige Erkenntnis durch: Echte Wertschätzung hängt nicht davon ab, immer für alle zu funktionieren.

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