Harvard-Kardiologe warnt
Das sind die gefährlichsten Herz-Fallen ab 40

Was gefährdet unser Herz wirklich? Entgegen der gängigen Meinung sind es selten die Gene, sondern scheinbar harmlose Alltagsgewohnheiten. Der britische Herzspezialist Francesco Lo Monaco deckt die sechs häufigsten Fehler auf, die er bei seinen Patienten beobachtet.
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Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich durch gezielte Veränderungen im Alltag verhindern.
Foto: IMAGO/Zoonar.com/Sirijit Jongcharoenkulchai

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Herzerkrankungen sind meist die Folge von Alltagsfehlern, nicht der Gene
  • Schlafmangel, verstecktes Salz oder fettarme Produkte schaden besonders
  • Drei Stunden vor dem Schlafengehen fasten – das hält die Gefässe flexibel
Jana Giger
Jana GigerRedaktorin Service

«Viele meiner Patienten glauben, alles richtig zu machen – und schädigen ihr Herz unbewusst», sagt der renommierte Kardiologe Dr. Francesco Lo Monaco gegenüber der britischen Zeitung «The Telegraph». Er forschte mehrere Jahre an der Harvard University und leitet heute die «National Heart Clinic» in London. «Herzkrankheiten sind meist kein genetisches Schicksal, sondern das Ergebnis jahrelanger kleiner Alltagsentscheidungen», sagt er.

1

Unregelmässige Schlafenszeiten

«Schlafmangel ist ein anerkannter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen», sagt Lo Monaco. Zu wenig oder schlechter Schlaf erhöhe den Cortisolspiegel und den Blutdruck, fördere Entzündungen und verringere die Insulinempfindlichkeit des Körpers. Eine finnische Studie zeigt: Wer im mittleren Alter unregelmässig und weniger als acht Stunden schläft, hat ein doppelt so hohes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Probleme. «Ich betrachte Schlaf als medizinische Priorität und nicht als blosse Lifestyle-Präferenz», so der Experte.

2

Verstecktes Salz unterschätzen

Wer sich gesünder ernähren möchte, meidet oft Chips, Fertiggerichte und Fast Food. Doch auch in Brot, Instantsuppen, Wurst und Saucen versteckt sich enorm viel Salz. Zu viel Salz kann zu Bluthochdruck führen. Dieser sei nach wie vor der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für Schlaganfall und Herzerkrankungen, sagt Lo Monaco. «Ich ernähre mich mediterran, da diese Ernährungsweise von Natur aus natriumarm ist und viele gesundheitliche Vorteile bietet.»

3

Langes Sitzen trotz Sport

Laut einer Studie, die 2024 im «Journal of the American College of Cardiology» veröffentlicht wurde, erhöht langes Sitzen (über zehn Stunden täglich) das Risiko für schwere Herzprobleme – selbst bei Menschen, die sich sonst genug bewegen. «Das bedeutet, dass ein morgendliches Training möglicherweise nicht ausreicht, um das Herz ausreichend zu schützen», sagt der Kardiologe. Er stellt sich deshalb im Büro alle 45 Minuten einen Timer für eine kurze Bewegungspause. Das klinge banal, sei aber wissenschaftlich gut belegt.

4

Fettfreie Produkte wählen

Viele, die abnehmen wollen, greifen zu «fettfreien» Alternativen. Ein Trugschluss, warnt Lo Monaco: «Fettarme und fettfreie Produkte lassen den Insulin- und Blutzuckerspiegel schneller ansteigen, da die Hersteller das Fett durch Zucker, Süssstoffe und Natrium ersetzen, um Geschmack und Konsistenz zu erhalten.» Diese Ersatzstoffe könnten zu erhöhten Fettwerten im Blut führen und das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen. Der Experte rät, im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung lieber zu vollfetten und minimal verarbeiteten Produkten zu greifen.

5

Starke Mundspülungen benutzen

Starke antibakterielle Mundspülungen vermitteln das Gefühl, besonders gut zu wirken. Doch der Experte sagt: «Manche können die nützlichen Bakterien im Mund abtöten, die Nahrungsbestandteile in Stickstoffmonoxid umwandeln.» Dieses lebenswichtige Molekül trage dazu bei, dass die Blutgefässe flexibel bleiben. Lo Monaco rät deshalb zu schonenden Alternativen wie Salzwasser, Ölziehen oder oralen Probiotika, um Mund und Zähne gesund zu halten.

6

Zu spät am Abend essen

Manche von Lo Monacos Patienten haben einen so stressigen Alltag, dass sie erst um 20 Uhr nach Hause kommen, gegen 21 Uhr essen und eine Stunde später schon im Bett liegen. Die Verdauung hält den Kreislauf also genau dann auf Hochtouren, wenn er eigentlich ruhen sollte. «Drei Stunden Fasten vor dem Schlafengehen reduzieren die Belastung der Herzschleimhaut und verbessern die Gefässflexibilität», so der Experte.

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