Wut, Tränen, Überforderung
Wie der Monatszyklus das weibliche Gehirn beeinflusst

Hormonschwankungen im Monatszyklus können laut Fachleuten Denken und Gefühle deutlich beeinflussen. Sie verändern nicht die Persönlichkeit, können Reaktionen aber verstärken – bei starken Beschwerden wird ärztlicher Rat empfohlen.
Kommentieren
1/5
Während des Zyklus erleben viele Frauen starke Stimmungsschwankungen.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

  • Hormonschwankungen im Zyklus können die Stimmung von Frauen verändern
  • Das weibliche Gehirn durchläuft laut Fachleuten monatlich strukturelle und chemische Veränderungen
  • Bei regelmässiger Wut, Traurigkeit oder Überforderung raten Fachleute zu ärztlicher Abklärung
Pauline_Bouillon_Redaktorin News _Blick_3.jpg
Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Viele Frauen kennen Phasen im Monatszyklus, in denen sie sich selbst kaum wiedererkennen. Kleinigkeiten können rasende Wut auslösen, es kommen einem plötzlich die Tränen, und alltägliche Aufgaben wirken schwieriger als sonst.

«Alles wächst mir über den Kopf»

Die Neuropsychologin Anna Kieszkowska-Grudny hört in ihrer Praxis immer wieder dieselben Sätze: «Ich halte mich selbst nicht aus», «Ich rege mich über Kleinigkeiten auf», «Ich weine ständig» oder «Alles wächst mir über den Kopf, sogar das Einkaufen». Setzt die Periode ein, wendet sich das Blatt oft schlagartig. Viele Betroffene berichten, es fühle sich an, als falle eine schwere Last ab.

Der Grund dafür sind hormonelle Schwankungen. Das weibliche Gehirn ist diesen Veränderungen stärker ausgesetzt als das männliche. Neurologin Olga Milczarek erklärt, das Gehirn durchlaufe Monat für Monat eine Art «Umstrukturierung». Dabei verändere sich die Struktur, chemische Prozesse gerieten in Bewegung und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Hirnarealen laufe anders ab.

Stimmungsschwankungen sind nicht immer normal

Vereinfacht gesagt pendelt das Gehirn zwischen zwei Zuständen: In der «Kraftphase» fühlen sich viele Frauen leistungsfähig, belastbar und multitaskingstark. In der darauffolgenden Phase kommt es dagegen oft zu emotionalen Einbrüchen, die selbst für die Betroffenen überraschend und extrem belastend sind.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Kieszkowska-Grudny betont: Hormone verändern nicht die Persönlichkeit. Sie machen aus einem Menschen nicht jemanden ganz anderen. Aber sie wirken wie ein Verstärker: Gefühle, Reaktionen und Frust treten intensiver zutage. Dadurch werden oft Probleme sichtbar, die zuvor unbemerkt blieben.

Expertinnen raten deshalb dazu, wiederkehrende extreme Stimmungstiefs keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. Wer regelmässig unter starker Wut, tiefer Traurigkeit oder Überforderung leidet, sollte sich medizinische Hilfe holen.

Dieser Artikel ist zuerst auf medonet.pl erschienen. Die Plattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen