Darum gehts
- Arzt warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln wegen gefährlicher Wechsel- und Nebenwirkungen
- Johanniskraut schwächt Verhütungsmittel, Kurkuma erhöht Blutungsrisiko, Ashwagandha beeinflusst Schilddrüse
- Studien: Ashwagandha verursachte in Einzelfällen schwere Schilddrüsenüberfunktion, Vorsicht bei Einnahme
«Welche Medikamente nehmen Sie?» Das fragt fast jeder Arzt bei einer Untersuchung. Doch eine andere wichtige Frage geht häufig vergessen: «Schlucken Sie auch Nahrungsergänzungsmittel?» Der polnische Influencer Dr. Michal erklärt auf seinem Instagram-Kanal @medyczne_abc: «Nahrungsergänzungsmittel sind nicht einfach nur Vitamine». Er warnt vor Wechsel- und Nebenwirkungen – und appelliert an Patienten, unbedingt auch den Konsum von Vitaminprodukten beim Arztbesuch anzugeben.
Vermeintlich harmlos
Viele glauben fest daran: Was aus der Natur kommt, ist automatisch gesund und absolut harmlos. Dabei können auch pflanzliche Präparate, Pulver und Vitamine starke Wirkungen im Körper entfalten. Influencer Dr. Michal nennt die gefährlichsten Fallen.
Johanniskraut
Johanniskraut wird oft zur Stimmungsaufhellung verwendet. Doch Dr. Michal warnt: «Johanniskraut interagiert mit einer Vielzahl von Medikamenten, schwächt die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel und verändert die Konzentration von Immunsuppressiva.»
Kurkuma und Ginkgo
Ginkgo kann die Blutgerinnung beeinflussen und bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Blutverdünner das Blutungsrisiko erhöhen. Der Experte betont: Bei bestimmten pflanzlichen Präparaten wie Ginkgo und hoch dosierten Kurkuma-/Curcumin-Präparaten können Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten eine Rolle spielen.
Ashwagandha
Das Trend-Pulver Ashwagandha ist ein bekanntes Adaptogen. Es gibt Hinweise darauf, dass Ashwagandha die Schilddrüsenfunktion beeinflussen kann. Auch einzelne Fälle von Schilddrüsenüberfunktion nach der Einnahme wurden beschrieben. Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten die Einnahme deshalb ärztlich abklären.
Weissdorn
Auch ein pflanzliches Mittel fürs Herz wie Weissdorn sollten Patienten beim Arztbesuch erwähnen. Für mögliche Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten gibt es Hinweise, die Datenlage ist allerdings nicht eindeutig. Wer bestimmte Herzmedikamente einnimmt, sollte Weissdorn deshalb nicht ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheker verwenden.
Karten auf den Tisch
Der Experte appelliert daher dringend an alle Patienten: Wenn dein Arzt nicht von selbst fragt, musst du unbedingt von dir aus auspacken! Regelmässig eingenommene Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate – sag deinem Arzt beim nächsten Besuch genau, was du schluckst. Nur so schützt du dich vor gefährlichen Wechselwirkungen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf medonet.pl. Das polnische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.