Darum gehts
- Eine chinesische Beobachtungsstudie erfasste 485'934 Erwachsene über gut neun Jahre
- Regelmässige Teetrinker hatten elf Prozent weniger Risiko für Gefässleiden als Nicht-Teetrinker
- Sehr heisser Tee war mit höherem Risiko verbunden, die Studie beweist keine direkte Ursache
Tee zählt zu den weltweit beliebtesten Getränken. Auch in ungesüsster Form können die unterschiedlichsten Sorten mit ihrem Aroma punkten – zudem gilt Tee schon lange als potenziell gesund. Das Aufgussgetränk ist reich an natürlichen Antioxidantien. Insbesondere Polyphenol-Verbindungen werden positive Auswirkungen auf die Herzgesundheit, den Stoffwechsel und das allgemeine Wohlbefinden nachgesagt.
Zuletzt wurde eine grosse Studie aus China im «Journal of Internal Medicine» veröffentlicht. Diese setzt die Auswirkungen von regelmässigem Teekonsum in ein Verhältnis zum Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Teetrinker wiesen ein 11 Prozent geringeres Risiko für Gefässerkrankungen auf
Die Studie befasste sich mit 485'934 erwachsenen Teilnehmern über einen durchschnittlichen Zeitraum von etwas mehr als neun Jahren. Insgesamt erfassten die Forscher dabei 14'863 Fälle von Gefässerkrankungen. Dazu gehörten Erkrankungen der Herz- und Hirngefässe sowie der Beinarterien.
Das Fazit: Regelmässige Teetrinker und Teetrinkerinnen wiesen im Vergleich zu Nicht-Teetrinkern ein elf Prozent geringeres Risiko für diese Erkrankungen auf. Das geringste Risiko wurde bei moderaten Teetrinkern – also Personen, die jede Woche, aber nicht an jedem Tag Tee trinken – bei einem Konsum von etwa sechs bis acht Tassen pro Tag geschätzt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine empfohlene Tagesdosis.
Zudem zeigte schwarzer Tee im Vergleich zu grünem Tee einen konsistenteren Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Gefässerkrankungen. Kommt es zur Intensität, konnten Tees mit mittlerer Stärke das Risiko am meisten senken.
Brennend heisser Tee erhöhte das Risiko für Erkrankungen
Vorsicht gilt bei der Temperatur des Getränkes: «Brennend heisser Tee» wurde mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die veröffentlichten Ergebnisse erklären jedoch weder, warum sehr heisser Tee mit einem höheren Risiko verbunden ist, noch belegen sie, dass allein die Hitze für den Anstieg verantwortlich ist.
Die Forscher betrachteten den Teekonsum zusätzlich in Zusammenhang mit Rauchen und körperlicher Aktivität. Das geringste Risiko geht mit einer Kombination aus regelmässigem Teekonsum, Nichtrauchen und hoher körperlicher Aktivität einher.
Die Studie liefert noch keine Beweise
Bei der Studie handelt es sich jedoch um eine reine Beobachtungsstudie. Das bedeutet, dass sie noch keine Beweise dafür liefert, dass Tee wirklich Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern kann. Neben dem Trinkverhalten haben auch andere Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.