Kinder fordern euch? Gut!
Psychologen erklären, warum Kinder zu Hause wilder sind, als auswärts

Bei anderen ist das Kind immer artig, zuhause benimmt es sich wie ein Teufel? Freut euch darüber! Das ist ein Kompliment. Wer erklären euch gerne, wieso.
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Zuhause: Kind schreit. Auswärts: Kind lacht alle an. Darunter leiden manche Eltern – dabei ist es ein Kompliment.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Psychologin: Kinder benehmen sich bei Eltern frecher, fühlen sich bei ihnen sicher
  • Negative Emotionen zeigen ist wichtig für Entwicklung und Emotionskompetenz
  • Eltern sollten Empathie zeigen: Kinder lernen Selbstregulation und Konfliktlösung
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Schweizer Illustrierte

Das Grosi bemerkt, das Kind habe bei ihr kein einziges Mal geweint. In der Kita heisst es, das Kind sei ja so artig und räume immer alles auf. Das Gotti findet, dass das Kind echt tolle Tischmanieren habe. Da fällt manchen Eltern die Kinnlade runter. Denn zu Hause tobt das Kind regelmässig wegen jeder Kleinigkeit. Sein Zimmer sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Und am Tisch nörgelt und turnt es ständig rum.

Kommt euch das bekannt vor?

Daran erkennen Psychologen gute Eltern

So läuft es in vielen Familien. Und wisst ihr was: Das ist gar nicht schlimm. Im Gegenteil, es ist ein Kompliment für die Eltern, wenn sich ihr Kind in ihrer Gegenwart frecher und fordernder benimmt als auswärts.

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Dies bestätigt die klinische Psychologin Nadene van der Linden. Sie weiss, dass Eltern es mit ihren Kindern oft schwerer haben als andere Erwachsene. Gerade der Elternteil, der viel Zeit mit den Kindern und der Erziehung verbringt, also meistens die Mutter, wird oft von den Kleinen angeschrien und muss Trotzanfälle aushalten. Der Grund dafür ist ganz einfach: «Die Fähigkeit eures Kindes, Ärger, Trauer oder Angst vor euch auszudrücken, ist ein gutes Zeichen dafür, dass es sich bei euch emotional sicher fühlt», sagt van der Linden. Denn das bedeutet, dass es sich traut, sich selbst zu sein, ohne befürchten zu müssen, dass es dann nicht mehr geliebt wird. Umgekehrt mache es ihr grosse Sorgen, wenn Kinder ihre Gefühle vor ihren Eltern verbergen. Dies sei oft ein Zeichen für Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung, so die Psychologin.

Negative Emotionen sind ein wichtiges Entwicklungsfeld

Wenn Kinder trotzen, stänkern, schreien und weinen, dann oft auch, weil ihnen in diesem Moment die Worte fehlen oder sie sich ohnmächtig fühlen und sich nicht anders zu helfen wissen. Das Gute ist: Wenn sie in solchen Situationen mit Empathie begleitet werden, können sie daraus sogar lernen. Nämlich negative Emotionen einzuordnen, zu benennen und mit ihnen umzugehen. Indem wir auf Augenhöhe das Gespräch suchen, Verständnis zeigen und vorleben, dass man auch mal nachgeben kann – und die Welt davon nicht untergeht – helfen wir dem Kind, Emotionskompetenz und die Fähigkeit zur Selbstregulation zu entwickeln.

Das Verständnis, dass Trotzen oder Quengelei nicht nur eine mühselige Angelegenheit ist, sondern ein wichtiger Entwicklungsschritt für das Kind, hilft Eltern dabei, die Ruhe zu bewahren. 

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