Darum gehts
- Pizza Margherita ist das meistbestellte Lieferessen in der Schweiz
- doch Klassiker aus der indischen und asiatischen Küche legen zu und erfordern ein bisschen Fingerspitzengefühl bei der Weinauswahl
- wichtig ist es, Schärfe mit dem passenden Wein aufzufangen
Es ist Sonntagabend, und das Sofa lockt. «Tatort» oder ein Herzschmerz-Film beginnen in einer Stunde. Zum Schnippeln von Zwiebeln und Kartoffeln für Älplermagronen – wie ursprünglich geplant – fehlt der Antrieb. Für den Restaurantbesuch müsste man sich aus der Jogginghose schälen und minimal aufbrezeln.
Also bleibt nur noch der Griff in die Küchenschublade, wo die Angebote der Lieferdienste gesammelt liegen. Der Entscheid, ob Burger, Pizza, Döner, Chinesisch oder Indisch auf den Tisch kommt, braucht noch ein bisschen Kraft.
Wein muss sein
Doch für den Gang in den Keller, um eine Flasche Wein zu holen, ist selbstverständlich immer genügend Motivation vorhanden. Der Tisch wird ordentlich gedeckt mit Servietten und Weingläsern. Immerhin ist Sonntag, und Essen aus Kartons verputzen nur die übernächtigten Kommissare in den Sonntagabend-Krimis.
Pizza Margherita ist in der Schweiz das am meisten bestellte Essen bei den Lieferdiensten. Doch Burger, Döner und Asiatisches holen auf. Wer in der Stadt wohnt, kann sich auch Ramen liefern lassen. Dazu passt ein aromatischer Riesling aus dem Elsass, aus Deutschland oder Österreich ohne Restsüsse. Sind die Ramen cremig zubereitet, klärt Schaumwein den Gaumen und erfrischt.
Schaumweine zur Pizza
Schaumweine schmecken auch sehr gut zur Pizza. Noch mehr Italianità zauberst du mit Lambrusco ins Glas. Und wenn dir die Bläschen nicht liegen, greifst du zu Soave oder zu einem fruchtbetonten Valpolicella.
Döner Kebab braucht einen starken Partner im Glas. Säurebetonte, aromatische Weissweine haben genug Kraft für Kreuzkümmel, Pul Biber, Koriander und Oregano. Ein intensiver Sauvignon blanc aus Neuseeland hält auch der scharfen Sauce stand.
Leichte Süsse zu Tandoori und Tikka Masala
Die Regel ist einfach. Schwere, alkoholreiche Weine können die Schärfe im Essen verstärken. Barriqueausbau und Tannin können in Kombination mit erdig schmeckenden Gewürzen wie Kurkuma oder Bockshornklee einen metallischen Nachgeschmack verursachen. Darum sind hier weichere Rotweine angesagt. Wie zum Beispiel Primitivo mit leichter Restsüsse.
Wer die Schärfe mit Kühle löschen möchte, wählt Neuenburger Œil de Perdrix oder Heida aus dem Wallis. Reifer Pinot gris mit feinem Schmelz oder Viognier aus dem Rhonetal sind ebenfalls gute Partner.
Dim Sum, Momos und Ente
Saftige, säurebetonte Weissweine ohne Holzausbau sind ideal zu asiatischen Teigtaschen, egal, ob vegetarisch oder mit Fleisch und Fisch gefüllt. Kritisch wird es für Sauvignon blanc, Riesling und Grüner Veltliner, wenn die dazu servierte Sauce extrem scharf oder süss-sauer ist, denn das verträgt sich nicht mit der Säure im Wein.
Eine Flasche deines Lieblingsrosés löst das Dilemma, besonders wenn ein Hauch Restsüsse mit im Spiel ist. Zur knusprig-würzigen Ente passen Merlot aus dem Tessin oder Schweizer Pinot noir mit sanftem Holzausbau.