Tradition allein genügt nicht
Weingut Esterházy am Scheideweg

Esterházy ist einer der glamourösesten Namen Österreichs. Fast zehn Prozent aller Landflächen des Burgenlands sind im Besitz der Familienstiftung. Auch Weinbau wird betrieben. Bisher hat man sich unter Wert geschlagen. Das soll sich nun ändern – nicht zum ersten Mal.
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Wohin geht die Fahrt? Das Esterházy-Weingut sucht nach neuen Wegen.
Foto: Stefan Keller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Weingut Esterházy liegt in Österreichs Burgenland
  • Hier werden vorwiegend Rotweine gekeltert
  • Esterházys spektakulärster Wein ist ein Weisser aus der Sorte Chenin

68 Hektare umfasst der Weinbaubetrieb, der zum Esterházy-Imperium gehört. Die Rebberge sind verteilt auf Lagen, die sich an den Ausläufern des Leithabergs befinden. Diese erstrecken sich bis ans Ufer des Neusiedler Sees.

Vor genau 20 Jahren hat man in Trausdorf einen neuen Keller erstellt – mit viel Technik und Stahl, so wie das damals üblich war. Was zuvor hier gekeltert wurde, war wenig aufsehenerregend und – vermutlich durchaus gewollt – traditionell geprägt.

Gewiss, wer Moden hinterherrennt, der ist immer schon zu spät, doch man sollte auch den Zug nicht verpassen. Es gab in den vergangenen Jahren einige Versuche, sich neu zu positionieren; sie führten aber zu keiner Stabilität.

Reduktion statt Expansion

Das will man nun mit dem Team um Wolfgang Hewarth erreichen. Er ist seit 2025 als Geschäftsführer im Einsatz; zuvor war er als Vertriebsleiter zuständig. Hewarth setzt auf den bisherigen Kellermeister Jakob Holzmann und die Rebmeisterin Ticiana Nagy; die beiden kennen den Laden.

Eine einschneidende Massnahme hat das Team bereits eingeleitet: 20 Hektare, also ein knappes Drittel der Rebfläche, werden brachgelegt. Damit reagiert man auf die Grosswetterlage: Österreichs Weinlager sind voll. Kurzfristig wird sich die Lage durch die geringe Ernte 2026 wohl etwas entspannen – im Burgenland rechnet man mit 30 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr –, doch in seiner mittel- und langfristigen Einschätzung geht das Weingut Esterházy nicht von einer Trendwende aus.

Mit neuen Weinen wie einem süffigen Blaufränkisch à la Beaujolais sowie lagenbezogenen Abfüllungen von Chardonnay und Weissburgunder will man sich neu positionieren. Die ersten Resultate zeigen, dass diesbezüglich einiges möglich ist.

Der spektakulärste Wein – er stammt aus der Serie experimenteller Weine – war allerdings ein Weisswein aus der Sorte Chenin, Jahrgang 2023. Er geht auf den früheren Kellermeister, den Südafrikaner Robert Krammer, zurück. Dieser hatte die Sorte auf alte Rebstöcke der Sorte Blaufränkisch aufpfropfen lassen. Der Inhalt von zwei 500-Liter-Fässern ist davon erhältlich; er wird vor allem in der Topgastronomie ausgeschenkt.

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