Teure Importweine
Russland forciert den Rebbau

Russland möchte seine Weinproduktion möglichst schnell steigern. Ein schwieriges Unterfangen, weil neu angelegte Rebberge fünf Jahre brauchen, bis sie in den Vollertrag kommen.
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Sektausschank in einer Bar im Kasaner Bahnhof in Moskau.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Weil Importweine immer teurer werden, setzt Russland auf Selbstversorgung
  • Die Rebfläche von rund 100'000 Hektar reicht dafür nicht aus
  • Darum werden mit Hochdruck neue Rebberge angelegt
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Zölle auf Wein aus «unfreundlichen» Ländern von bis zu 25 Prozent und erhöhte Verbrauchssteuern verteuern importierte Weine in den Regalen russischer Supermärkte. 

Die Preise für Importweine werden laut jüngsten Prognosen der russischen National Credit Ratings Agency (NCR) weiter anziehen und die untere Preisgrenze für eine Flasche Wein aus dem Ausland werde auf 600 Rubel (circa 6 Franken) steigen. Das meldete die Branchen-Plattform «The Drinks Business».

Konsum russischer Weine steigt

Weiter heisst es, im Vergleich zu 2024 seien die Importe um 15 Prozent zurückgegangen. Die gesamten Weinimporte Russlands im Jahr 2025 seien auf ein Rekordtief seit mindestens fünf Jahren gefallen. 

Gleichzeitig steigt der Konsum russischer Weine. Die Produktion legte 2025 um 7 Prozent zu und liegt nun bei 657 Millionen Liter. Laut dem Nationalkomitee der Republik Krim machen russische Weine 60 Prozent des Einzelhandelsumsatzes auf, bei Schaumweinen sind es siebzig Prozent.

Doch damit könne, so Weinimporteur Maxim Kashirim, die Nachfrage aber nicht vollständig gedeckt werden. Kashirim ist Mitgründer und Präsident der Simple Group, die sich in den 1990er auf den Import italienischer Weine nach Russland spezialisierte und 2015 das Weingut Bertinga im Chianti-Classico-Gebiet gründete. Die Rebfläche kaufte das Unternehmen damals vom renommierten Toskana-Gut Castello di Ama.

Mehr Rebfläche

Russlands Rebfläche beträgt rund 102'000 Hektar (Stand 2022). Davon steht gut ein Drittel auf der von Russland im Jahr 2014 annektierten Halbinsel Krim. Damals plante Russland, die Rebfläche auf der Krim auf 100'000 Hektar auszudehnen. 250 Millionen Franken sollten investiert werden. Offensichtlich scheiterte der Plan.

Zwar werden weiterhin neue Rebberge angelegt, doch die liefern erst in einigen Jahren genügend Trauben, um den Bedarf der russischen Bevölkerung an heimischen Weinen zu decken.

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