Schweizer Wein-Ikone
Louis Philippe Bovards Médinette

Eigenwillig in jeder Form: Louis Philippe Bovards Dézaley ziert eine Etikette aus dem Jahr 1905, la bouteille vaudoise fasst 70 cl, und die besten Jahrgänge verfeinern sich in der Flasche über viele Jahre.
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Unverkennbar: Bovards Dézaley Médinette mit dem Bacchus der Fête des Vignerons 1905.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Dézaley von Louis Philippe Bovard zählt zu den bekanntesten Schweizer Weinen
  • Auf dem Etikett ist die Figur des Bacchus abgebildet, an der Fête des Vignerons 1905 gespielt von Albert Bovard
  • Die Darstellung macht den Wein unverkennbar
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Stefan KellerRedaktor Wein

Im Mythenspiel der Fête des Vignerons im Jahr 1905 spielte auch Albert Bovard mit, ein Vorfahre Louis Philippe Bovards. Er bekleidete die Rolle des Bacchus.

Das Bühnenbild war geprägt von der antiken Tempelanlage in Luxor. Der Jüngling im Leopardenfell machte Eindruck, und so entstand die jungendstilartige Etikette, sie kennzeichnet auch heute noch Bovards bedeutendsten Wein. Der Name Médinette wiederum leitet sich vom Tempel Deir el-Medina ab. 1907 deponierte Louis Philippe Bovards Grossvater die Marke.

Dézaley, eine ganz besondere Lage

Die Trauben für den Médinette stammen aus einer vier Hektar grossen Südlage in der Gemeinde Puidoux. Die Chasselas-Rebstöcke wurzeln in kiesigen Böden auf harter Nagelfluhschicht, sie werden im sogenannten Gobelet-System angebaut, also frei stehend und nicht mit Drahtrahmen. Die Pflanzdichte ist mit über 10'000 Stöcken pro Hektare enorm. Der Wein wird während eines guten Jahres im Holzfass ausgebaut.

Ausdrucksstark und langlebig

Die Weine aus der Lage Dézaley – sie ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Lavaux – gelten als besonders lagerfähig. Dies ist eine Qualität, die Weisswein aus Chasselas nicht zugesprochen wird. Die Besonderheiten der rund 50 Hektaren relativieren aber die Regel.

Ob jung oder in reifem Stadium getrunken zählt Dézaley zu den ausdrucksstärksten Weissweinen der Schweiz. Durch seine Fülle und Vielschichtigkeit eignet er sich auch als Essensbegleiter. Jérôme Aké Béda, Sommelier im Le Châlet du Mont-Pèlerin und Mitautor des Buches «Les 99 chasselas à boire avant de mourir», bezeichnet ihn als TGV, als très grand vin.

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