Das Meisterstück von Pommery
Die Eleganz der Cuvée Louise

Das Haus Pommery prägt die Stadt Reims und ist ein Magnet für Champagner-Touristen. In den viel bestaunten Kreidekellern reift eine Cuvée, die nur in sehr guten Jahren produziert wird. Blick verkostete den neuen Jahrgang 2008.
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Kunst und Genuss gehören bei Champagne Pommery zusammen.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

  • Pommery ist eine der grossen Champagnermarken
  • Seit 1979 wird in den besten Jahrgängen die Cuvée Louise produziert
  • Gewidmet ist sie Madame Pommery, die das Champagnerhaus zum Erfolg führte
Ursula Greiner
Ursula GeigerRedaktorin Wein

2008 war in der Champagne ein Ausnahme-Jahr. Der Sommer gehörte zu den kühleren der Nullerjahre und die Lese fand unter besten Bedingungen statt. Ideal für die Cuvée Louise. Der ikonische Jahrgangs-Champagner reift in einer eigenen Abteilung des Kreidestollens nach der zweiten Gärung eine halbe Ewigkeit auf der Hefe.

Verwendet werden dafür die besten Chardonnay-Trauben aus den Parzellen der Grand Cru-Lagen Avize und Cramant sowie Pinot noir aus den Grand Cru-Lagen in Aÿ. Gewidmet ist die Cuvée Louise einer klugen Frau: Jeanne Alexandrine Louise Pommery (1819–1890), geborene Mélin.

Erfolgreiche Champagner-Witwe

1839 heiratete sie im Alter von zwanzig Jahren Alexandre Louis Pommery (1811–1858). Nach dessen Tod führte die Witwe die Geschäfte äusserst erfolgreich selbst. Sie kaufte Rebberge in den besten Lagen der Champagne sowie das Firmengelände in Reims und errichtete dort eine gigantische Baustelle.

Bergarbeiter erweiterten die Kreidestollen (Crayères) aus der Gallo-Römischen Zeit und gruben in 30 Meter Tiefe ein insgesamt 18 Kilometer langes, verzweigtes System aus Gängen und Cavernen.

«Qualität über alles»

Hier gären und reifen in Dunkelheit, Ruhe und bei konstant 10 Grad Celsius die Champagner des Maison Pommery. «Qualité d'abord» – «Qualität über alles» – war Madame Pommerys Leitspruch. Das galt auch für den imposanten Firmensitz, der heute eines der Wahrzeichen von Reims ist.

Im 19. Jahrhundert wurde Champagner hauptsächlich zum Dessert getrunken. Damals lag der Restzuckergehalt zwischen 120 bis 140 Gramm pro Liter, also mehr als doppelt so viel, wie ein Champagner der Geschmacksrichtung «süss» heute hat.

Weil das in England, dem damals wichtigsten Absatzmarkt für Champagner, nicht mehr geschätzt wurde, drosselte Madame Pommery die Dosierung rigoros und hatte erst auf der Insel und dann europaweit grossen Erfolg mit dem neuen, frischeren Stil.

Hommage an eine grosse Unternehmerin

1979 würdigte Madame Pommerys Urenkel Prinz Alain de Polignac (1940–2024) die Leistung der Ausnahme-Unternehmerin. Als damaliger Kellermeister schuf er die Cuvée Louise nach der Maxime seiner Ahnin: «Qualité d'abord».

Mittlerweile sind 15 Jahrgänge «Cuvée Louise» erschienen. Darunter auch der Cuvée Louise Brut Rosé 2004 sowie die Cuvée Louise Brut Nature 2006, die mit ihrer lebendigen Frische perfekt zu Kaviar passt.

Die aktuelle Cuvée Louise aus dem Jahr 2008 duftet nach Zitrusfrüchten, Orangenschalen, Wiesenkräutern, Jasmin und einer feinen Note von frischen Haselnüssen. Die feinen Bläschen sind im Auftakt kraftvoll und elegant zugleich, bevor sich der feine Schaum cremig an den Gaumen schmiegt.

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