Darum gehts
- Chenin zählt zu den bedeutendsten weissen Rebsorten
- Sie wird vor allem in Südafrika und Frankreich kultiviert
- Vouvray gehört zu den ältesten AOC Frankreichs
Von Anjou blanc bis Vouvray: Entlang der Loire zählt man über zwei Dutzend AOC, deren Weine aus der weissen Sorte Chenin gekeltert werden. Eine Appellation d’Origine Contrôlée ist eine Herkunftsbezeichnung. Die ältesten AOC stammen aus dem Jahr 1936, und Vouvray war bereits damals mit dabei. Damit ist schon gesagt, dass Wein aus diesem Gebiet einen besonderen Stellenwert und eine historische Bedeutung hat.
Wie in vielen Bereichen an der Loire werden auch in Vouvray aus Chenin-Trauben ganz unterschiedliche Weintypen gekeltert: Sec (trocken), Demi-sec (halbtrocken), Moelleux (süss), Mousseux/Pétillant (schäumend). Generell wächst der Anteil von Perl- und Schaumwein, bereits ein Drittel aller Chenin-Weine werden versektet.
Südafrika und Frankreich dominieren den Anbau
Die vielseitige Verwendbarkeit der Traubensorte ist eine ihrer Stärken, ihre Schwäche ist, dass sie entgegen ihrer Verbreitung bei vielen weit weniger im Bewusstsein ist als etwa Sauvignon blanc oder Chardonnay.
Chenin wird in 29 Ländern kultiviert, die grössten Flächen findet man in Südafrika, und dies deutlich vor Frankreich. Hier allerdings nimmt – entgegen einem allgemeinen Trend – die Anbaufläche zu: In den vergangenen 15 Jahren wurden zusätzlich 900 Hektaren gepflanzt. Nur vier andere weisse Sorten werden in Frankreich häufiger kultiviert.
Langlebigkeit als Merkmal
Zu den Vorzügen der Sorte zählt, dass sie empfänglich ist für unterschiedliche Böden und Kleinklimas – dies erklärt die Vielfalt der Herkunftsbezeichnungen. Zudem hat sie die Fähigkeit, langlebige Weine zu ermöglichen.
Dies führen die Winzer von Vouvray vor, wenn sie etwa aus Anlass des 90-jährigen Bestehens der AOC-Anerkennung bei Gelegenheit immer wieder Flaschen entkorken, die aus Jahrgängen stammen, die bereits jahrzehntelang in ihren Kellern gereift hatten.