Darum gehts
- 1964 brachte Matasci den Selezione d'Ottobre auf den Markt
- Der gefällige Tessiner Merlot fand rasch eine Fangemeinschaft
- Heute gibt es ihn auch als Weiss- und Roséwein
Mit der Kreation des Selezione d’Ottobre traf Mario Matasci den Geschmack der Deutschschweizer. In seiner Machart erinnerte der Merlot an einen Beerliwein, einen fruchtigen, weichen Pinot noir. In den Gaststuben nördlich des Gotthards kamen in den 1960er-Jahren Vernatsch (Kalterersee), Gamay (Beaujolais) oder eine Mischung von Pinot noir und Gamay (Dôle) auf den Tisch. Da reihte sich der zahnlose Merlot nahtlos ein.
Matascis Erfolg rief bald Nachahmer auf den Plan. Unter dem Label VITI (Vini Ticinesi) produzierten Weinhändler und Genossenschaften süffigen Merlot à gogo.
In den 1980er-Jahren tauchten vermehrt strukturierte und langlebige Merlots auf, Einwanderer aus der Deutschschweiz zählten zu den Promotoren dieser Bewegung. Die Kelterung orientierte sich nicht mehr an der Wädenswiler Schule, sondern an den Kellermeistern des Bordelais. Es kam zu einer Zweiteilung des Marktes.
Familienzuwachs bei Matasci
Heute ist Matascis Selezione d’Ottobre gewissermassen ein nostalgisches Produkt. Es erzählt davon, wie sich die Ansprüche der Weintrinkerinnen und Weintrinker gewandelt haben.
Dazu gehört auch, dass selbst das Original Familienzuwachs erhalten hat: 2019 mit der anspruchsvolleren Riserva, 2025 mit einem Bianco und in diesem Jahr mit dem Rosato, alle drei ebenfalls ausschliesslich aus Merlot gekeltert. Damit reagiert das Weinhaus auch auf die zunehmende Nachfrage nach Weiss- und Roséwein.