Darum gehts
- Kein spanischer Weisswein ist beliebter als Verdejo
- Die meisten der frischen Weissen stammen aus Rueda
- Die grössten Märkte sind Spanien und die Niederlande
Airén, Macabeo beziehungsweise Viura, Cayetana blanca, Verdejo: Das sind – in dieser Reihenfolge – die meistangebauten weissen Rebsorten Spaniens.
Den grössten Glamour besitzt Verdejo. Heute sind in Spanien 25’000 Hektaren damit bestockt, zu Beginn des Jahrhunderts waren es erst 4500 Hektaren. Die bedeutendsten Bestände findet man in der Region Kastilien und León, grössere Anbauflächen gibt es sonst nur noch in der angrenzenden Region Kastilien-La Mancha. Das Zentrum der Produktion liegt im Gebiet rund um die Stadt Rueda.
Rueda hat die Nase vorn
Rueda, Teil der Region Kastilien und León, ist seit 1980 als DO (Denominación de Origen) anerkannt und ist das Weissweingebiet der Region schlechthin.
Leitsorte ist Verdejo, sie ergibt auf den vielerorts kargen, steinigen Kies- und Sandböden aromatische, frische Weine. Verdejo, benannt nach der grünen (verde) Farbe der Beeren, stammt höchstwahrscheinlich aus der Region Rueda.
DNA-Analysen haben gezeigt, dass der Albillo de Nava aus Rueda mit dem Verdejo identisch ist, und sie zeigten auch, dass der galicische Godello und der Verdejo Geschwister sind. Dies erklärt auch, warum der Verdejo manchmal – und verwirrenderweise – als Gouveio oder Verdelho bezeichnet wird, beides Synonyme für Godello in Portugal.
Neustart in den 1970er-Jahren
Bis in die 1970er-Jahre war Rueda für oxidative, sherryähnliche Weine aus Palomino bekannt. Den Wandel brachte das Rioja-Haus Marqués de Riscal, das mit Unterstützung des Bordelaiser Önologen Émile Peynaud auf frische, reduktiv ausgebaute Weissweine setzte. Heute ergänzen Sauvignon blanc und Viura den Verdejo, und Rueda gehört zu den meistverkauften Weissweinen Spaniens. Neben frischen Jungweinen entstehen zunehmend auch im Holz ausgebaute oder auf der Hefe gereifte Verdejos mit beachtlichem Lagerpotenzial. Wenn Verdejo auf der Etikette steht, dann muss der Wein zu mindestens 85 Prozent aus der genannten Sorte bestehen. Diese Regel steht im EU-Recht.
Vier Fünftel aller Rueda-Weine werden in Spanien getrunken. Von den Exporten gehen 43 Prozent in die Niederlande, 5 Prozent in die Schweiz, das waren im vergangenen Jahr 850’000 Flaschen.