Darum gehts
- Im und zum Fondue: trockener Schaumwein macht den Unterschied
- Schweizer Schaumweine werden immer besser
- Flaschengärung ist das Mass aller Dinge
Immer mehr Winzerinnen und Winzer versekten ihren Grundwein. Und sie haben gute Gründe dafür. Der Konsum von Schaumwein ist in den vergangenen Jahren weltweit angestiegen.
Vom Zugpferd Prosecco werden mittlerweile astronomische Mengen hergestellt. Von diesem Boom wollen auch andere Anbieter profitieren. Die Versektung und Abfüllung ist allerdings – vor allem bei Flaschenvergorenem – eine eigene Disziplin.
Die Könnerschaft wächst
So landet denn ein Grossteil der Schweizer Grundweine bei spezialisierten Unternehmen. Diese übernehmen die Arbeit bis zur versandfertigen Flasche und liefern diese den Auftraggebern, die dann – unter ihrem Namen – den Schaumwein vermarkten.
Die Anzahl Produzenten, die den ganzen Prozess von A bis Z in den eigenen Händen halten, ist noch überschaubar. Eine Könnerschaft erlangt haben bisher etwa die Bündner Patrick Adank und Francisca und Christian Obrecht, langjährige Erfahrung hat die Cave du Tunnel in Conthey, Wallis, und das Neuenburger Weinhaus Mauler.
Trocken muss er sein
So oder so, wesentlich für die Begleitung eines Fondues ist, dass der Schaumwein trocken ist, also keine oder nur eine kleine Dosage aufweist. Dies trifft bestimmt für Abfüllungen zu, die unter der Bezeichnung extra brut, brut nature oder Dosage zéro in den Verkauf gelangen; beim Typus brut gilt es in Erfahrung zu bringen, wie hoch der Zuckergehalt ist.
Denn lieblich oder gar süsslich geht jedenfalls zum Käsefondue gar nicht. Zur weichen, fettigen Masse brauchts einen Kontrapunkt in Form von Säure, sie bricht die Pappe auf und reinigt den Gaumen.
Wer die Käsemischung mit Schaumwein aufrührt, kann feststellen, dass das Fondue fluffig wird. Und wer zum Fondue Schaumwein trinkt, hat die Chance, geistreich zu werden. Jedenfalls ist es einen Versuch wert.