Darum gehts
- Die Geschichte der Marchesi Antinori lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen
- Das Weinunternehmen mit Gütern in ganz Italien sowie in Nord- und Südamerika erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 263 Millionen Euro
- Der Diebstahl von 30'000 Flaschen gilt als der bislang grösste in der Weingeschichte
Weindiebstähle werden immer spektakulärer. Nicht nur die Spitzengastronomie mit erlesenen Tropfen in den Kellern ist im Visier der Kriminellen. Diesen Sommer traf es die Produzenten selbst: Mitte September wurden dem Weingut Conterno-Fantino 3000 Flaschen Barolo entwendet. Ein paar Wochen suchten die Diebe Castello Banfi heim, das ebenfalls im Piemont liegt.
Mit dem neuesten Diebstahl in der Toskana hat sich die Menge verzehnfacht. In den internationalen Medien ist bereits die Rede vom «grössten Weindiebstahl der Geschichte». Der Tatort liegt in Cortona, einer kleinen Stadt rund 100 Kilometer südöstlich von Florenz. Dort befindet sich das Logistikzentrum der Marchesi Antinori.
Alarmanlage ausgeknipst
Wie die «Financial Times» berichtete, waren mindestens sieben Tatpersonen an dem Coup beteiligt. Sie sollen die Alarmanlage ausser Kraft gesetzt haben und mit zwei LKW aufs Firmengelände gefahren sein.
Mit Gabelstaplern aus dem Logistikzentrum verluden die Diebe Flaschen, die für den Versand bereitstanden. Darunter auch Spitzencrus und Grossflaschen, die im Einzelhandel zu Preisen zwischen 150 und 500 Euro gehandelt werden.
Der Diebstahl wurde am Montagmorgen von Mitarbeitern entdeckt. Obwohl reichlich Videomaterial aus den Überwachungskameras vorhanden ist, fehlt von den Tätern bislang jede Spur.
Appell an Käufer
Gegenüber der «Financial Times» sagte Antinori-Geschäftsführer Renzo Cotarella: «Wir hoffen immer noch, dass wir den Wein finden können … zwei Lastwagen können nicht einfach so verschwinden. Diese Weine haben einen hohen Wert, und ich weiss nicht, wie man all diesen Wein weltweit verkaufen kann, ohne dabei aufzufallen.»
Cotarella appelliert darum an Käufer, beim Erwerb von Antinori-Weinen vorsichtig zu sein, besonders wenn die Flaschen zu niedrigen Preisen und über zwielichtige Kanäle angeboten werden.