Darum gehts
- 1986 gründete eine Gruppe um Carlo Petrini die heutige Vereinigung Slow Food
- Sie versteht sich als Gegenbewegung zu Fast Food
- Produkte, die auf den Tisch kommen, sollen gut schmecken und sauber und fair hergestellt sein
Am 20. März 1986 eröffnete die Hamburgerkette Mc Donald’s ihren ersten geplanten italienischen Ableger in Rom, notabene 500 Filialen zählte man zu diesem Zeitpunkt bereits in Europa.
Im Bel Paese ging dies allerdings nicht geräuschlos über die Bühne. Der Modemacher Valentino etwa, er wohnte unweit des Lokals in der Nähe der Spanischen Treppe, soll befürchtet haben, dass der Geruch von frittiertem Essen in seiner Kleidung hängenbleibe, andere sahen darin gar den Anfang vom Ende der traditionellen Küche.
Startschuss in Paris
Eine Gruppe um Carlo Petrini gründete unter dem Namen «Arcigola» eine Vereinigung, die das kulinarische Erbe des Landes gegen die Barbarei verteidigen wollte. Das Echo war gross, und so konnte 1989 in Paris in der Opéra-Comique in Paris in Anwesenheit von Vertretern aus 14 Ländern das Slow-Food-Manifest proklamiert werden. Seither entwickelt sich die Slow-Food-Bewegung weltweit weiter.
So entstand etwa in Pollenzo, Piemont, eine Universität, die sich auf wissenschaftlicher und praktischer Ebene mit der Gastronomie beschäftigt. Jährlich erscheinen Einkaufsführer zu Lebensmittel und Wein und der Gasthausführer «Osterie d’Italia». Slow-Food organisiert Messen im In- und Ausland. Gross angerichtet wird diesen September in Turin an der «Terra Madre – Salone del Gusto» sie findet alle zwei Jahre statt.
Die Fachmesse «Slow Wine Fair» in Bologna wurde erstmals 2021 durchgeführt. Sie steht Ausstellern offen, die bei der Herstellung ihre Weine möglichst naturschonend und menschenfreundlich herstellen. Slow-Foods Slogan heisst denn auch: buono, pulito, giusto, also gut, sauber und fair produziert.