Gesund und lecker
Die Vielseitigkeit der Artischocke

Wer sich gern Zeit zum Essen nimmt, serviert zum Sommer-Apéro Artischocken auf die traditionelle Art mit Vinaigrette.
Publiziert: 09.04.2024 um 15:41 Uhr
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Aktualisiert: 09.04.2024 um 16:09 Uhr
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<p>Artischocken sind ­gesund und sättigend.</p>
Christiane Binder

Der Geschmack ist apart bitter, das kommt vom Cynarin, das den Gallenfluss anregt. Im Reformhaus kann man zum Beispiel «Artischocken-Apéro» kaufen, einen nicht mal schlecht schmeckenden Verdauungstrunk.

Warum ist Artischocke so gesund?


Nährwerte pro 100 g
47Kalorien
0 mgCholesterin
11 gKohlenhydrate
11,7 mgVitamin C
1,3 mgEisen
60 mgMagnesium
370 mgKalium

Herkunft der Pflanze

Doch auch als Nutzpflanze wird die ursprünglich in Ägypten heimische Distel in der Schweiz angebaut – die Saison dauert bis in den Oktober. Importware kommt das ganze Jahr aus Italien, Spanien oder Frankreich.

Wie kocht man sie?

Kulinarisch war die Artischocke lange nur etwas für feine Leute, Normalbürger wussten gar nicht, wie man sie isst: Blatt für Blatt der gekochten Artischocke abzupfen, jedes in eine Vi­naigrette tunken und das wei­che Innere des Blatts auslutschen. Zum Schluss ist nur noch der Boden übrig, die eigentliche Delikatesse. Auch heute ist das noch ein schönes Ritual für den Sommer-Apéro: Man isst langsam und mit Genuss, das sättigt besser als Chips, ausserdem ist es gesund. Für die Vinaigrette braucht es im Prinzip nur Rotweinessig, Olivenöl sowie Salz und Pfeffer. Manche nehmen statt Öl auch gesalzene Butter und würzen wahlweise mit Petersilie, Estragon oder Knoblauch. Auch Mayonnaise funktioniert als Dip. Zuvor werden die Artischocken je nach Grösse 25 bis 40 Minuten in Salzwasser mit et­was Zitronensaft auf kleiner Flamme gekocht, bis sich die Blätter leicht abzupfen lassen. Garprobe: Das Messer muss ohne Widerstand vom Stielansatz bis ins Herz eindringen können. Die delikaten Böden der Artischocke schmecken auch gut gebraten, bei kleinerer bis mittlerer Hitze etwa 10 bis 15 Minuten.

Ideal als Beilage

In Italien sind «Carciofi» als Beilage beliebt (überbacken mit Käse) oder in der Pasta, im Risotto oder als Pizza-Belag. Die grün-violetten italienischen Artischocken werden noch mit Stiel verkauft. Den kann man schälen wie Spargel, klein schneiden und gebraten servieren. Nur etwa 20 Prozent der Artischocke sind essbar, deshalb fällt beim Rüsten recht viel Abfall an.

So wählt man Artischocken richtig

Beim Kauf ist die Frische an der Schnittstelle des Stiels erkennbar. Drückt man leicht mit dem Fingernagel rein, muss das Fleisch nachgeben. Bei einer frischen Artischocke liegen die Blätter dicht an, das Gemüse weist keine dunklen Stellen auf. Je schwerer der Artischockenkopf ist, desto mehr Fleisch hat er und desto hochwertiger ist die Artischocke. Vor dem Kochen sollte man die gewaschenen Köpfe für etwa 30 Minuten in einen Topf mit kaltem Wasser und Essig oder dem Saft einer Zitrone geben. Die Säure sorgt dafür, dass die Farbe bleibt. Artischocken halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche frisch.

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