Als die deutschen Biathletinnen an der WM in Lenzerheide GR am Sonntag in der Verfolgung an den Start gingen, hatten sie bereits zwei Medaillen auf dem Konto. Die Mixed-Staffel gewann Bronze, im Sprint holte sich Franziska Preuss (30) Silber. Um die Athletinnen für die Verfolgung noch etwas mehr zu motivieren, kündigte Disziplin-Trainer Sverre Olsbu Röiseland (34) an, sich bei einer Goldmedaille die Haare abschneiden zu lassen.
Odi-Frisur für ihre Trainer
Und es scheint, als hätte es geholfen. Franziska Preuss holte vor Elvira Öberg (25) aus Schweden und Justine Braisaz-Bouchet (28) aus Frankreich Gold und sicherte sich damit ihre dritte Medaille der WM. Bei ihrer Zielankunft fiel sie ihrem Bundestrainer in die Arme und formte zwei Finger zu einer Schere. Olsbu Röiseland sagte im Anschluss: «Sie hat es getan – also sehen wir mal, wie ich danach aussehe.» Geworden ist es schlussendlich die «Odi-Frisur» – mit Herz und Pfeil an der Seite. Immerhin: Auch die Haare von Cheftrainer Kristian Mehringer mussten dran glauben.
Preuss selbst sah nach ihrem «perfekten Rennen» sehr gerührt aus. Besonders in den Armen von Mama Elisabeth und Papa Georg kullerten dicke Freudentränen. «Für meine Eltern auch ein Mega-Moment, die haben alle Tiefen am meisten mitgekriegt. Die wissen mit am besten, was in einem Sportler los ist, wenn es mal nicht läuft», sagte die 30-Jährige: «Sie waren in Nove Mesto auch schon dabei, da lief es nicht so. Dass man jetzt mal einen Grund zur Freude hat, ist der Wahnsinn. Es war sehr emotional.»