Darum gehts
- Brooklyn Beckham wirft seinen Eltern Manipulation vor
- Bei der Situation könnte es sich um «Überrundungsverbot» handeln
- Dabei handelt es sich um die Angst der Eltern, von ihrem Kind übertrumpft zu werden
Am Montagabend sorgte Brooklyn Beckham (26) mit einem Instagram-Post für Aufsehen. Der älteste Sohn von Designerin Victoria (51) und Ex-Fussballer David Beckham (50) erklärt den längst bekannten Familenzwist damit, dass seine Eltern ihn seit Jahren manipulieren und kontrollieren würden. Brooklyn kommuniziert derzeit nur per Anwalt mit seinen Eltern. «Ich stehe das erste Mal im Leben für mich selbst ein», schreibt der Promi-Spross in seinem Statement.
Wenn an seinen Vorwürfen etwas dran ist, könnte es bei den Beckhams zu einer Situation gekommen sein, die die deutsche Psychologin Sandra Konrad «Überrundungsverbot» nennt. Das Wort benutzt die Spezialistin für Generationenfragen in ihrem Buch «Nicht ohne meine Eltern», in dem es um eine gesunde Ablösung vom Elternhaus geht. Die Definition: Eltern verbieten ihren Kindern, sie auf irgendeiner Ebene zu übertrumpfen. «Sie tun das in den meisten Fällen unbewusst», so Konrad in einem früheren Interview mit Blick. «Sie kritisieren die erwachsenen Kinder zum Beispiel in Momenten, in denen diese sich gerade besonders wohlfühlen mit sich und ihrem Leben.» Indem sie zum Beispiel, wie Vicotria Beckham, den Hochzeitstanz des Sohnes crashen, den Brooklyn bei der Feier 2022 natürlich mit seiner Braut Nicola Peltz (31) tanzen wollte. Stattdessen schwang er gezwungenermassen zuerst mit der sich dazwischen drängenden Mama das Tanzbein, behauptet Brooklyn: «Ich habe mich noch nie in meinem Leben so unwohl oder gedemütigt gefühlt.»
Überhaupt scheinen die Beckhams wenig angetan zu sein von Brooklyns Frau, die wiederholt von Familientreffen ausgeschlossen wurde, wie der Sohn sagt. Milliardärstochter Nicola Peltz braucht weder das Geld noch den Namen ihres Ehemannes beziehungsweise dessen Eltern. Im Gegenteil: Dank ihr braucht Brooklyn beides ebenfalls nicht mehr. Prompt nennt er sich seit der Hochzeit Brooklyn Peltz Beckham – und zeigt damit klar, wo seine Priorität liegt.
Abnabelung ist ein lebenslanger Prozess
Mit ihrer Schwiegertochter wurde Victoria Beckham also tatsächlich «überrundet». Aber was ist so schlimm daran? Warum gönnt sie ihrem Sohn nicht einfach sein Glück? Solche Eltern hätten Angst, dass ihre Kinder sich durch ihren eigenen Erfolg von ihnen entfernen, so Sandra Konrad. «Alle Eltern haben Erwartungen an ihre Kinder, das ist ganz normal. Problematisch wird es, wenn daraus Aufträge werden, die ich als Tochter oder Sohn erfüllen soll. Wenn sie nicht zu mir passen oder mich überfordern, muss ich lernen, sie zurückzuweisen. Sonst laufe ich Gefahr, mich von mir selbst zu entfremden.»
Die Konsequenz ist ironischerweise genau die, vor der die Eltern sich gefürchtet haben: Distanz. Oder gar, wie im Fall der Beckhams, Streit und Schweigen.
Wie man da wieder rauskommt? «Die bewusste Ablösung von der elterlichen Zustimmung und das Übernehmen der Verantwortung fürs eigene Leben», wie sie Sandra Konrad in ihrem Buch propagiert, hat Brooklyn Beckham mit seinem Instagram-Statement vollzogen. Vielleicht ist ja dadurch ein erster Schritt zur Versöhnung möglich, egal, von wem dieser kommt. Sandra Konrad: «Abnabelung ist ein lebenslanger Prozess und eine der schwierigsten Aufgaben des Lebens.»