Darum gehts
- Barbara und Maxime absolvierten in Zuoz – La Punt einen Einführungskurs für Skilehrpersonen
- Maxime begann bereits zu unterrichten und verdient 29 Franken pro Stunde
- Barbara werden diverse Skisport-Kurse von Jugend+Sport angerechnet
Einen Winter ohne Schnee, Berge und Pisten-Flow – das können sich Barbara (54) und ihre Tochter Maxime (17) nicht vorstellen. Im Dezember haben sie an der Skischule Zuoz – La Punt einen Einführungskurs für Skilehrerinnen und Skilehrer gemacht: Einerseits, um ihr Können zu vertiefen, andererseits, um es später im Unterricht im Schnee weiterzugeben.
Maxime schwärmt: «Beim Fahren komme ich in einen Flow, es ist fast wie Tanzen – aber intensiver, weil ich mich in der Natur und mit Tempo bewege. Man muss immer fokussiert bleiben und im Auge haben, was auf einen zukommt.» Für die Gymnasiastin aus Zürich ist das eine Form der Entspannung, bei der die Gedanken verfliegen – genauso wie die Zeit: «Auch wenn ich mich stundenlang bewege, merke ich das erst, wenn ich Pause mache. Nichts schmeckt so gut wie das Zmittag nach einem Morgen auf der Piste.»
Skifahren, ein Lebensgefühl
Seit sie laufen kann, steht Maxime auf den Brettern – eine Leidenschaft, die ihr die Mutter mitgegeben hat. Auch Barbara lernte früh Skifahren und verbrachte die Winter mit Ferien und Wochenenden im Engadin. Sie besuchte regelmässig die Skischule, trainierte im Skiclub und fuhr als Juniorin Rennen. Für neue Herausforderungen wechselte sie aufs Snowboard. «Wir waren waghalsig und haben vieles ausprobiert, fuhren durch den Tiefschnee und über Schanzen – auch neben der Piste. Ich bin froh, macht meine Tochter das heute nicht.» Tochter Maxime fährt konsequent mit Helm und Rückenpanzer – etwas, das es vor dreissig Jahren noch nicht gab. «Früher waren wir freier unterwegs, die Pisten abwechslungsreicher und nicht perfekt fürs Carving ausplaniert», sagt die Architektin. «Jede Abfahrt hatte ihre eigenen Herausforderungen. Heute gleicht es eher einer Autobahn – das höhere Tempo macht das Skifahren riskanter, selbst sehr gute Fahrer können nicht immer schnell genug reagieren.»
Skifahren ist für Barbara ein Lebensgefühl: «Meine Generation ist damit aufgewachsen. Ich verbinde damit besondere Momente aus meiner Kindheit und heute sind es die Erlebnisse mit meinen Kindern.» Im Schnee findet sie ein Stück Magie: Die kalte Luft, die Stille, in der man nur noch das Knirschen des Schnees hört. Die Ausbildung in der Skischule Zuoz – La Punt hat sich zufällig ergeben. «Manchmal fehlen Lehrpersonen. So ergab sich die Möglichkeit für meine Tochter und mich – jede für sich, aber wir verbringen die Wochenenden gemeinsam in den Bergen, ausserhalb des durchgetakteten Schul- und Arbeitsalltags.»
Der erste Schritt vor die Klasse
Maxime hat nach ihrem Kurs an vier Wochenenden vor Saisonstart im Dezember inzwischen bereits mit dem Unterrichten begonnen – mit dem Snowboard. «Das macht mir mehr Spass, weil es variantenreicher ist.» In ihrer ersten Klasse hatte sie drei Schülerinnen im Alter zwischen acht und zehn Jahren. Ihnen bringt sie zuerst die Basics bei: wie man das Brett anschnallt, am Hang rutscht und die erste Kurve fährt. In der bisherigen Ausbildung lernte sie vor allem auch den Umgang mit Kindern – etwa, wenn jemand Angst hat oder nicht mehr mag: «Hochheben soll man sie eben nicht. Wichtig ist, die Kinder positiv zu motivieren, damit sie es selbst versuchen. Wenn sie es dann schaffen, haben sie ein Erfolgserlebnis.»
Ihre Motivation, auf der Piste zu arbeiten? Mit ihrem Hobby etwas Geld verdienen – 29 Franken pro Stunde – und anderen einen guten Einstieg ermöglichen: «Es ist schön, Anfängern ein positives Erlebnis zu vermitteln.» Zudem schätzt sie den Austausch in der Skischule. In ihrem Kurs waren knapp zwanzig Jugendliche dabei: «Das macht mega Spass, weil man neue Leute kennenlernt und sich austauscht.» Besonders prägend war für sie das erste Unterrichten mit drei Kindern. Die grösste Herausforderung: «Wenn eines viel besser ist als das andere – wie geht man damit um, damit alle ein gutes Erlebnis haben?»
Ein Modell mit Perspektive
Das Konzept der Skischule: Kinder und Jugendliche, die selbst die Skischule besucht haben, aber auch Einheimische, die ohnehin gut fahren, erhalten die Möglichkeit, sich mit einem Kurs kostenlos weiterzubilden. So kommen sie vor Ort als Junior-Skilehrerinnen und -Skilehrer zum Einsatz. Das überzeugt auch Barbara: «So nehmen sie die Jungen mit, die teils schon von klein auf hier sind und das Gebiet bestens kennen – und sie können ihre Erfahrungen weitergeben.» So bleibe der Skisport lebendig, und es gehe nicht nur um Perfektion auf Ski und Board, sondern um Gemeinschaft. «Das ist für mich das Wertvolle daran.»
Die Möglichkeit für den Kurs steht auch Erwachsenen mit entsprechendem Können offen. Barbara hat als Jugendliche diverse Skisport-Kurse bei Jugend+Sport (J+S) absolviert, die ihr nun angerechnet werden. Unterrichtet hat sie bislang noch nicht, darauf möchte sie sich gründlich vorbereiten: «In erster Linie ging es mir darum, meine Technik aufzufrischen und zu vertiefen.» Der Kurs war anspruchsvoll: «Man kommt aus der Komfortzone, kann sich aber auch als Fortgeschrittene nochmals verbessern.» Sie freut sich, wenn sie künftig spontan als Lehrerin einspringen kann. Sie möchte eher mit Leuten ihres Alters auf die Piste: «Mein Fokus liegt heute stärker auf dem Vermitteln von Fahr- und Sicherheitstechnik. Zugleich geht es um die Freude an der Bewegung im Schnee - ein wichtiger Gegenpol zu unserer digitalisierten Welt.»
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