«So noch nie beobachtet»
Cyberkriminelle schalten jetzt sogar Zeitungsinserate

Betrüger kopieren Schweizer Firmen, bauen professionelle Fake-Websites und schalten echte Stelleninserate – sogar in Zeitungen. Das Bundesamt für Cybersicherheit warnt vor der neuen Masche.
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Betrüger schalten aktuell Stelleninserate in Zeitungen – das hat das Bundesamt für Cybersicherheit so noch nie beobachtet.
Foto: Getty Images/Tetra images RF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Cyberkriminelle täuschen mit Fake-Websites seriöse Jobs vor, Bund warnt
  • Fake-Jobinserate erscheinen auch in Zeitungen, es ist ein neues Phänomen
  • Betrüger fordern bis zu 2500 Franken in Krypto-Gutscheinen von Bewerbern
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Der Job klingt gut: flexibel, von zu Hause, faire Bezahlung. Auf der Firmenwebsite sieht alles seriös aus: Adresse, Handelsregistereintrag, Karrierebereich. Nur: Die echte Firma weiss von nichts. Das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) warnt aktuell vor einer neuen Variante betrügerischer Stellenangebote.

Cyberkriminelle suchen sich dafür gezielt Unternehmen, die zwar im Handelsregister stehen, aber keine Website haben. Dann bauen sie einen professionellen Fake-Auftritt: inklusive Impressum, Karriereseite und Jobangeboten.

Analoges Cybercrime

Auffällig: Auf den Fake-Websites ist der Bereich «Jobs und Karriere» prominent platziert. Klickt man drauf, landet man in einem passwortgeschützten Bereich. Das Passwort erhalten Interessierte gleich zu Beginn des Bewerbungsgesprächs. So bleibt der Ablauf des Betrugs für Behörden schwer einsehbar.

Diese Jobinserate tauchen laut dem Bundesamt einerseits auf legitimen Portalen auf. Andererseits wurden auch Fälle dokumentiert, bei denen sie in gedruckten Zeitungen erschienen. «Das wurde so zuvor noch nie beobachtet», erklärt das Amt. Besonders häufig betroffen sind Unternehmen aus der Logistikbranche. Die Masche läuft sprachübergreifend: Alle Regionen der Schweiz sind betroffen.

Wer sich auf die Fake-Inserate bewirbt, soll den Messenger namens Element installieren und Lebenslauf, Arbeitszeugnisse sowie Diplome hochladen. In einem Fall forderten die Betrüger im Verlauf des Prozesses Krypto-Gutscheine im Wert von 2500 Franken, mit dem Versprechen späterer Rückerstattung. «Personen, die auf Jobsuche sind und möglicherweise derzeit ohne Anstellung dastehen, unternehmen oft alles, um eine angebotene Stelle zu erhalten», erklärt das Bundesamt. Worauf die Betrugsmasche im Detail abzielt, konnte bislang nicht abschliessend geklärt werden. 

So schützt du dich

Das Bacs empfiehlt: Jobangebote ignorieren, die Vorauszahlungen verlangen. Bereits aufgenommenen Kontakt sofort abbrechen. Wer finanziellen Schaden erlitten hat, soll Anzeige bei der Polizei erstatten. Ausserdem ist Vorsicht geboten. Denn: Wer seinen Lebenslauf und Diplome Cyberkriminellen übergibt, liefert umfangreiche persönliche Informationen für weitere Betrugsversuche.

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