Darum gehts
- An der CES 2026 präsentiert Angelica De Riggi einen smarten Fressnapf
- Die schlaue Station überwacht Katzen. Daten kann man mit Tierärzten teilen
- In der Schweiz leben etwa 1,7 Millionen Katzen, ein grosses Marktpotenzial
An der CES in Las Vegas stehen TV-Geräte, so gross wie Pingpongtische, merkwürdige Maschinen und allerlei KI-Gadgets. Dazwischen leuchtet das Fell einer orangefarbenen Plüschkatze. Hier erklärt die 34-jährige Solothurnerin Angelica De Riggi ihre Erfindung: Es ist ein schlauer Fressnapf für Katzen.
Sobald sich das Tier nähert, erwacht die Technik. Ein Sensor misst die Temperatur, eine Kamera scannt das Gesicht. Die Waage unter den zwei Edelstahlschalen registriert jedes Gramm Futter, das im Magen landet. De Riggi, Gründerin von AI-Tails, will die Sprache der Katzen übersetzen, besonders wenn es ihnen schlecht geht.
«Smartwatch für Katzen»
«Die Idee entstand aus einem persönlichen Verlust», erzählt sie am Stand. Vor vier Jahren bemerkte sie die Krankheit ihrer eigenen Katze erst, als diese bereits stark abgemagert war. Es schmerze, zu realisieren, dass das eigene Tier unbemerkt litt. Heute bezeichnet sie ihre Station als «Smartwatch für die Katze». Wer will, kann die Daten direkt mit dem Tierarzt teilen.
Das Potenzial in der Schweiz ist gross: Rund 1,7 Millionen Katzen leben hier. Auf jeden Hund kommen fast drei Samtpfoten. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Das chinesische Startup Petkit präsentierte in Las Vegas ebenfalls ein Ökosystem, das neben dem Fressen sogar die Hinterlassenschaften im Katzenklo überwacht.
Ein Abo für den Fressnapf
Was AI-Tails abhebt: «Es wird alles in der Schweiz produziert», betont De Riggi. Auch beim Datenschutz ist sie pragmatisch. Wer keine Linse in der Wohnung will, deckt die Kamera einfach ab. Das System funktioniert zudem ohne App oder Abo. Die wichtigsten Daten erscheinen direkt auf dem Display an der Station, die per Handy-Ladekabel Strom bezieht.
Für die volle Kontrolle bietet De Riggi ein Abo für 21 Franken monatlich an. Damit wandern die Daten in eine Cloud. Die KI analysiert dort die Mimik des Tieres und schlägt bei Problemen per App Alarm. Für Käufer sind die ersten sechs Monate kostenlos. Danach kann man es monatlich kündigen. Wer die App nutzt, kann auch zwei Katzen gleichzeitig überwachen.
Bisher ist der Napf nur ein Prototyp aus dem 3D-Drucker. Die Produktion soll aber bald starten. Im vierten Quartal 2026 will sie ausliefern. Kunden haben die Wahl: Das Basismodell für 199 Franken überwacht Futter und Wasser. Die 295-Franken-Variante erkennt dank eingebautem Temperatursensor auch Fieber oder Unterkühlung.