Darum gehts
- Tech-Stein mit Sensoren: Lego präsentiert Smart Brick an der CES 2026
Der Wunderstein erweckt gar «Star Wars»-Raumschiffe zum Leben
- Neue «Star Wars»-Sets ab 9. Januar vorbestellbar, kosten bis 160 Euro
Die dänischen Klötzchenbauer haben an der Technikmesse CES eine Bombe platzen lassen. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher 2x4-Noppenstein aussieht, ist in Wahrheit ein technisches Wunderwerk. Lego nennt es «Smart Brick». Es sei die grösste Evolution seit der Einführung der Minifigur 1978, hiess es während der Präsentation.
Im Inneren des durchsichtigen Steins steckt ein kleiner Computer und zahlreiche Sensoren: Er registriert Bewegungen, erkennt Lichtverhältnisse, reagiert auf Geräusche und weiss dank Beschleunigungssensoren genau, ob er gerade durch die Luft fliegt oder im Regal steht. Synthesizer und Lautsprecher erzeugen den Sound direkt im Modell. Der Stein braucht kein Kabel und nicht einmal einen Einschaltknopf. Denn er lädt drahtlos auf einer Matte und erkennt über elektromagnetische Felder, was in seiner Nähe passiert.
Vader, Luke und Leia
Zum Start setzt Lego auf Disney und «Star Wars» und bringt gleich drei neue Sets. Nähert sich Darth Vader seinem X-Wing, bricht akustische Action aus: Schiffe feuern, Triebwerke röhren, Musik ertönt und die Steine leuchten passend auf. Damit das System funktioniert, tragen die Minifiguren «Smart Tags», eine Art digitale Ausweise, die der Computerstein sofort erkennt.
Die angekündigten Sets:
- Darth Vaders Tie-Fighter: 473 Teile, 70 Euro
- Lukes X-Wing: 584 Teile, 90 Euro
- Thronsaal-Duell & A-Wing: 962 Teile, 160 Euro
In Las Vegas sorgte die Lego-Ankündigung für viel Furore. In den Lounges für Journalisten war der Event an einigen Ecken gar ein grösseres Thema als die Anlässe der Hardware-Giganten Nvidia und AMD. Das lag wohl auch daran, dass dieser nicht live übertragen wurde.
Kritik an schlauen Lego-Klötzchen
Doch nach der Präsentation brodelt es. Die Tech-Plattform gizmodo.com bezeichnet die Lancierung des Wunderklotzes als «grosses Risiko». Der Vorwurf: Wegen der Technik werden die Preise höher. Kritiker rechnen vor, dass die Sets deutlich teurer sind als vergleichbare Modelle ohne Chips. Für viele Eltern seien diese Preise zu hoch. Auch in Online-Foren äussern Fans ihre Meinung. Dort werden die Preise teilweise als «überrissen» abgetan. Branchenkenner erinnern zudem an frühere Flops: Lego-Experimente mit Elektronik hatten oft eine kurze Lebensdauer.
Experten fürchten zudem, dass der Smart Brick zum Wegwerfprodukt wird, sobald der Support endet oder der Akku schlappmacht. Auch pädagogisch ist das Ganze umstritten. Wenn das Set jeden Sound vorgibt, bleibt weniger Raum für die selbst artikulierten Geräusche, wie bei der Laserkanone «Pew, Pew!». Kritiker fürchten, dass solche Gimmicks den Bauspass verdrängen. Auch Sammler sind sauer: Die teure Technik fliesst in Spielsets statt in detaillierte Sammlermodelle. Ob die blinkenden Steine zum Erfolg werden, entscheidet sich spätestens im März. Dann kommen die Sets der Smart-Play-Reiher auf den Markt. Ab dem 9. Januar können sie vorbestellt werden.