Darum gehts
- Zwei Angriffe auf Sam Altmans Villa innerhalb von 48 Stunden
- Die Polizei verhaftet drei Verdächtige, verletzt wurde niemand
- Wut auf KI-Branche wächst, Altman ruft zur Deeskalation auf
1.40 Uhr, Russian Hill in San Francisco. Ein Honda hält vor der Villa von Sam Altman. Die Person auf dem Beifahrersitz streckt die Hand aus dem Fenster und feuert einen Schuss ab. Dann gibt das Fahrzeug Gas. Eine Überwachungskamera filmt das Nummernschild.
Wenige Stunden später klicken die Handschellen. Die Polizei von San Francisco verhaftet zwei Personen, eine 25-jährige Frau und einen 23 Jahre alten Mann. In ihrer Wohnung an der Taylor Street finden die Behörden drei Waffen. Anklage: fahrlässiger Schusswaffengebrauch. Es ist die zweite Attacke auf das Haus des OpenAI-CEOs innerhalb 48 Stunden.
Brandsatz am Tor
Freitag, 3.40 Uhr. Ein 20-Jähriger aus Texas wirft einen Molotowcocktail gegen das Metalltor der Villa. Die Sicherheitsleute löschen das Feuer, der Schaden bleibt klein. Wenig später taucht der mutmassliche Täter beim OpenAI-Hauptquartier auf und droht, das Gebäude niederzubrennen. Die Polizei nimmt ihn fest. Der Vorwurf: versuchter Mord, Brandstiftung, Bau eines Brandsatzes.
Der CEO der ChatGPT-Firma reagiert am Freitag. Er postet ein seltenes Foto seiner Familie und schreibt in seinem persönlichen Blog dazu: «Ich teile dieses Bild in der Hoffnung, dass es die nächste Person davon abhält, ein Molotowcocktail auf unser Haus zu werfen.» Altman hat das Anwesen 2020 für 27 Millionen Dollar gekauft.
Wut auf Branche wächst
Anfang April veröffentlichte der «New Yorker» eine Recherche von Ronan Farrow und Andrew Marantz, die Sam Altman als «pathologischen Lügner» porträtiert. Mehr als 100 Interviews, interne Dokumente und Slack-Nachrichten zeigen das Bild eines Mannes, der Bedenken zur Sicherheit nur zugunsten von Profit übergangen haben soll. Dazu kommt der Streit um einen Pentagon-Deal von OpenAI, den Altman selbst als «opportunistisch und schlampig» bezeichnete.
Letzten Monat zogen Aktivisten der Gruppe Stop AI vor das OpenAI-Hauptquartier. Anfang April fielen bereits Schüsse vor dem Haus eines Politikers in Indiana, Ermittler fanden einen Zettel: «Keine Datenzentren.» Altman selbst schreibt: «Wir erleben den grössten gesellschaftlichen Wandel seit langem, vielleicht überhaupt.» Er ruft dabei zur Deeskalation auf: «Lasst uns weniger Explosionen vor weniger Häusern haben. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinn.» Bisher blieb es bei Sachschaden. Verletzt wurde niemand.