Darum gehts
- OpenAI schliesst am Freitag Vertrag mit Pentagon für militärische KI-Nutzung
- Pentagon akzeptiert Grundsätze gegen inländische Massenüberwachung und KI-Einsatz in autonomen Waffen
- Anthropic verliert Militärverträge, US-Regierung gibt sechs Monate Übergangsfrist
Der Tech-Konzern OpenAI – die Mutterfirma von ChatGPT – hat am Freitag eine Vereinbarung mit dem Pentagon getroffen, seine KI-Modelle in dessen militärischem Netzwerk einzusetzen. Unternehmenschef Sam Altman (40) postete dazu auf der Plattform X: «Heute Abend haben wir mit dem Kriegsministerium eine Vereinbarung getroffen, unsere Modelle in dessen klassifiziertem Netzwerk einzusetzen.» Pentagon-Chef Pete Hegseth (45) repostete das Statement, ebenso wie der ranghohe Beamte Emil Michael (53).
Altman betonte zudem, der Deal spiegle «die Grundsätze des Unternehmens zum Verbot von inländischer Massenüberwachung und menschlicher Verantwortung für den Einsatz von Gewalt, einschliesslich autonomer Waffensysteme» wider.
Das Kriegsministerium stimme diesen Prinzipien zu, verankere sie in Gesetz und Richtlinien, und hätte sie in die Vereinbarung aufgenommen, so Altman. Weitere Details des Deals waren zunächst nicht bekannt.
Streit zwischen Regierung und KI-Startup Anthropic eskalierte
Die Vereinbarung wurde abgeschlossen, kurz nachdem der Streit zwischen OpenAIs Rivale Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium eskalierte. Auf die beiden Sicherheitsprinzipien hatte auch Anthropic-Chef Dario Amodei gepocht. Das Unternehmen wollte als Grenzen für die Verwendung seiner KI-Software im US-Militär durchsetzen, dass die KI-Modelle nicht für Massenüberwachung in den USA sowie nicht in komplett autonomen Waffen eingesetzt werden.
Das passte dem Weissen Haus aber überhaupt nicht: Hegseth ordnete an, Anthropic als «Supply-Chain Risk to National Security», also als Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit, einzustufen. Mit sofortiger Wirkung dürften Auftragnehmer, Zulieferer oder Partner des US-Militärs keine Geschäfte mehr mit dem Unternehmen machen, schrieb Hegseth bei X. Anthropic solle dem Verteidigungsministerium noch maximal sechs Monate lang Dienstleistungen bereitstellen, um einen Übergang zu einem «besseren und patriotischeren» Anbieter zu ermöglichen.
Die Massnahme erfolgte im Zusammenhang mit einer Anweisung von US-Präsident Donald Trump (79), wonach alle Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen sollen.