«Claude Fable» zu gefährlich?
USA sperren Zugang zu KI-Spitzenmodell — auch Schweiz fliegt raus

In der Nacht auf Samstag hat die US-Regierung die mächtigsten KI-Modelle der Firma Anthropic für sämtliche Ausländer gesperrt – weltweit. Der bekannte Schweizer KI-Forscher Marcel Salathé schlägt Alarm.
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Erst Anfang Woche lanciert: «Claude Fable» ist das mächtigste öffentlich zugängliche Modell von Anthropic.
Foto: DUKAS

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die USA blockieren Anthropics KI-Modelle «Fable 5» und «Mythos 5» weltweit.
  • Grund: Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Schwachstellen, Details bleiben ungenannt.
  • EPFL-Professor Salathé warnt: Europas KI-Strategie muss Priorität erhalten.
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Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead

Das ging schnell: Am Freitagabend um 17.21 Uhr Ortszeit erreichte das KI-Unternehmen Anthropic eine Anordnung der US-Regierung. Per Exportkontrolle müsse der Zugang zu den beiden neuen Spitzenmodellen «Fable 5» und «Mythos 5» blockiert werden – für alle Ausländer, egal ob innerhalb oder ausserhalb der USA. Sogar die eigenen nichtamerikanischen Angestellten von Anthropic dürfen die Modelle nicht mehr verwenden.

Die Konsequenz: Weil Anthropic die Nationalität der Kunden nicht unterscheiden kann, schaltet die Firma die beiden Modelle vorsorglich für alle Kunden ab – also auch für die US-Nutzer. Andere KI-Modelle der Firma wie Opus oder Sonnet bleiben verfügbar.

«Nationale Sicherheit» – aber keine Details

Begründet wird der Schritt mit der nationalen Sicherheit. Konkrete Angaben fehlen jedoch. Nach Darstellung von Anthropic glaubt die Regierung, eine Methode gefunden zu haben, um die Sicherheitssperren des Modells zu umgehen – einen sogenannten Jailbreak.

Anthropic widerspricht deutlich. Man habe die Demonstration geprüft und nur bereits bekannte, kleinere Schwachstellen gefunden. Diese könnten auch andere, frei verfügbare Modelle aufspüren – darunter «ChatGPT-5.5» des Konkurrenten OpenAI. Der angebliche Angriff bestehe im Kern bloss darin, das Modell Software-Code analysieren und Fehler beheben zu lassen.

Ein kommerzielles Modell, das Hunderte Millionen Menschen nutzen, wegen einer derart lückenhaften Schwachstelle vom Markt zu nehmen, sei unverhältnismässig, schreibt die Firma. Sie geht von einem Missverständnis aus.

Schweizer Forscher schlägt Alarm

Für Aufsehen sorgt die Reaktion des Schweizer KI-Experten Marcel Salathé. Auf Linkedin schreibt der EPFL-Professor, das sei keine gute Entwicklung: «Ausländer» hätten künftig keinen Zugang mehr zu einem weltweit führenden KI-Modell. Zwar habe Anthropic den Zugang vorerst generell gesperrt, könnte ihn aber rasch wieder für «zugelassene» Nutzer öffnen.

Sein Fazit fällt drastisch aus: Wenn das nicht der letzte Weckruf für Europa und andere sei – «roter Alarm, wirklich» –, die KI zur obersten Priorität zu machen, dann werde es nie einer sein.

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