Blick-Redaktor testet Apples neues Falthandy
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Teuerstes iPhone aller Zeiten:Blick-Redaktor testet Apples neues Falthandy

Apple lanciert das iPhone Duo
1999 Franken fürs Falten – wer kauft sich sowas?

Apple hat am Mittwochabend sein erstes faltbares iPhone namens Duo enthüllt – sieben Jahre nach Samsung. Warum der Konzern dennoch zur Nummer eins aufsteigt und wer bereit ist, mindestens 1999 Franken für das Gerät hinzublättern.
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Apples erstes Falthandy: CEO John Ternus zeigt das iPhone Duo live nach der Keynote.
Foto: Getty Images via AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Apple lanciert mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares Smartphone
  • Beim Ausprobieren überzeugen Nano-Glas und Scharnier, Face ID fehlt
  • Analysten erwarten noch dieses Jahr Platz zwei im Foldable-Markt
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Was für ein Gedrücke und Gedränge! Kaum ist die Keynote am Mittwochabend vorbei, schieben sich Hunderte Journalisten aus aller Welt Richtung Demo-Tische im Apple Park. Alle wollen dasselbe: das erste Falt-iPhone in die Finger bekommen. Dann liegt es da. Das iPhone Duo, aufgeklappt ist es so gross wie ein kleines Tablet, ab 1999 Franken zu haben.

Als Erstes fällt der Bildschirm auf. Apple hat das 7,6-Zoll-Display im Innern mit einem matten Nanoglas überzogen. Es spiegelt kaum und wirkt ein bisschen wie Papier und damit sehr edel. Bei den Rivalen sucht man das vergebens: Samsung, Huawei und Google setzen bei ihren aktuellen Topmodellen auf Hochglanz. Und die berüchtigte Falte? Praktisch unsichtbar. Erst wer mit dem Finger über die Bildschirmmitte streicht, spürt dabei eine kleine Mulde.

Duo: Leichter als gedacht

Auch das Scharnier macht beim ersten Ausprobieren einen tadellosen Eindruck. Apple baut es aus über 100 Teilen. Mit dem Rahmen aus Titan macht das Gerät einen stabilen Eindruck. Klappt man das Duo zu, fallen die Hälften mit einem befriedigenden und satten Klacks zusammen. Zugeklappt hat das Duo ein anderes Format als ein normales iPhone: gut drei Zentimeter kürzer als ein iPhone 18 Pro, dafür über einen Zentimeter breiter und spürbar dicker. 

254 Gramm wiegt das Gerät, nur 5 Gramm mehr als das iPhone 18 Pro Max. Es fühlt sich leichter an, als die Zahl vermuten lässt. Perfekt ist das Duo nicht. Face ID fehlt, man entsperrt das Gerät per Fingerabdruck. Das wirkt wie ein Schritt zurück. Ein echtes Teleobjektiv sucht man ebenfalls vergebens, die 48-Megapixel-Kamera schafft nur zweifachen optischen Zoom.

Warum erst jetzt?

Dass die Falte kaum stört, ist kein Zufall. Genau darauf hat Apple gewartet, deshalb kommt der Konzern so spät. «Ich habe wenig Zweifel, dass Apple seit über zehn Jahren mit faltbaren Displays experimentiert», sagt Ben Wood, Analyst bei CCS Insight und Mitgründer des Mobile Phone Museum. «Erst jetzt hält der Konzern die Technik für reif genug.» Francisco Jeronimo, Vice President beim Marktforscher IDC, nennt das typisch Apple: warten, bis die Schwächen einer Kategorie gelöst sind.

Der Preis als Ansage

Vor dem Anlass rechnete die Branche mit bis zu 2500 Dollar. Apple verlangt 1999 Franken. Das ist mehr als Samsung für das Galaxy Z Fold 8 Ultra will (1899 Franken). «Apple hat den Foldable-Markt betreten und den Preis und den Standard gesetzt, an dem fortan jeder Rivale gemessen wird», so Jeronimo.

Doch wer kauft sich so ein Gerät? Er sieht drei Gruppen. Die Stammkunden, die Jahr für Jahr sowieso das neueste iPhone kaufen. Die Produktivitätskäufer, die Smartphone und Tablet in einer Hosentasche wollen. Für ihn der einzige rationale Grund für Grösse und Preis. Und die Statuskäufer. Für sie ist der Preis kein Hindernis, sondern schlicht das Hauptargument. «Das Duo ist kein Gadget für Early Adopter. Es ist das Flaggschiff unter den Flaggschiffen.»

Die Schweiz zählt Jeronimo zu den europäischen Märkten mit echter Nachfrage, beim obersten Einkommenszehntel und bei Geschäftskunden, die zwei Geräte durch eines ersetzen.

Apple als Marktführer

Liz Lee, Analystin beim Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research, rechnet bereits mit bis zu sechs Millionen ausgelieferten Falt-iPhones bis Ende Jahr. Das wäre Platz zwei im Foldable-Markt, hinter Samsung, vor Huawei – nach zwei Monaten. 

2027 dürfte sich der Absatz laut Counterpoint mindestens verdoppeln; IDC sieht Apple dann als Marktführer. Bremsen dürfte vorerst nur eines: die Produktion. Ab dem 16. Oktober nimmt Apple Vorbestellungen entgegen, am 23. Oktober steht das Duo in den Läden.

Was schiefgehen kann

Ein Flop des Duo käme für die Analysten nicht über die Verkaufszahlen, sondern über die Qualität. Sichtbare Falten nach wenigen Wochen, defekte Scharniere, Rückgaben in den ersten Monaten. Dann, so sagt Jeronimo, wäre die Geschichte vom perfektionierten Foldable kaputt.

Er hält das Risiko jedoch für klein. Wood ebenso: «Wenn alles nach Plan läuft, wird Apple Mühe haben, mit der Nachfrage Schritt zu halten.» Bleibt die Frage, die alle Analysten beantworten mussten: Würden Sie ein Duo kaufen, mit dem eigenen Geld? Lee sagt Ja. Sie nutze das iPhone Pro, der grössere Bildschirm biete ihr im Alltag echten Mehrwert.

Jeronimo sagt ebenfalls Ja. «Seit ich Foldables nutze, kann ich nicht mehr zurück.» Und Wood, der Mann, der ein Museum voller Gadgets hat? «Das Falt-iPhone wird in den nächsten Monaten das heisseste Stück Smartphone-Technik sein. Aber ich gehe sorgsam mit meinem Geld um. Mein jetziges Handy reicht mir.»

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