Achtung, Betrug!
Diese zwei Whatsapp-Einstellungen solltest du jetzt ändern

Whatsapp warnt vor Betrügern und verstärkt den Schutz vor Kontodieben: Passwort statt PIN, mehrere Passkeys und neue Warnhinweise. Doch der Schutz schalte sich nicht von allein ein. So geht es.
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Whatsapp verstärkt Schutz für Nutzer: Am 25. August stellte der Messenger drei neue Sicherheitsfunktionen vor. Der Grund: Betrüger kapern immer wieder fremde Konten.
Foto: Tobias Bolzern

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Betrüger kapern Whatsapp-Konten. Eine Blick-Leserin verlor ihres über Nacht
  • Whatsapp bringt Passwörter, mehrere Passkeys und neue Anruf-Warnungen
  • Zwei Funktionen musst du selbst aktivieren – so geht es
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Flugmodus ein, Handy weglegen, schlafen. Als Charlotte K.* aus dem Baselbiet am Morgen ihr Handy einschaltet, sieht sie eine Combox-Nachricht: Eine Stimme liest eine Zahlenkombination vor. Da ist ihr Whatsapp-Konto bereits gekapert. Gestohlen über Nacht, mitsamt Chats und allen Erinnerungen. Ihre Odyssee hat sie 2023 Blick erzählt.

Fälle wie der von K. landen regelmässig in der Inbox von Blick. Die Maschen ändern sich, das Ziel bleibt gleich: dein Whatsapp-Konto. Denn wer es kontrolliert, liest private Chats, bittet deine Verwandten um Geld und verschickt Betrugslinks in deinem Namen. Jetzt hat Whatsapp reagiert. In einem Blogbeitrag vom 25. August warnt der Mutterkonzern Meta vor Betrügern und stellt drei neue Schutzfunktionen vor. Zwei musst du selbst einschalten. 

Passwort statt PIN

Bereits bisher konnte man mit einer sechsstelligen PIN das Konto zusätzlich sichern. Whatsapp nennt das «Verifizierung in zwei Schritten». Sie verhindert, dass Gangster dein Konto auf einem neuen Smartphone einfach so registrieren können. Selbst dann, wenn sie den SMS-Code abfangen, wie im Fall von Charlotte K. Das Problem: auch sechs Ziffern sind schnell zu erraten, vor allem wenn man «123456» oder einen Geburtstag wählt. Künftig ersetzt ein Passwort die PIN, mit Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.

So aktivierst du den Schutz:

  1. Öffne in Whatsapp die Einstellungen und tippe auf «Konto».
  2. Wähle «Verifizierung in zwei Schritten» und tippe dann auf «Aktivieren».
  3. Lege statt der PIN ein Passwort fest. Nutze eines, das du nirgendwo sonst verwendest.
  4. Hinterlege im Menü «Anmeldung und Sicherheit» unbedingt deine E-Mail-Adresse.

Schritt vier ist dabei entscheidend. Denn die Funktion hat einen Haken: Wer das Passwort oder die PIN vergisst und keine E-Mail-Adresse hinterlegt hat, sperrt sich so selbst aus dem eigenen Konto aus.

Schlüssel für das Schloss

Die zweite Neuerung betrifft sogenannte Passkeys, die Mutterkonzern Meta 2024 lanciert hat. Damit kannst du dich per Fingerabdruck, Gesicht oder Gerätecode anmelden – ein Code per SMS entfällt. Der Vorteil: Es gibt nichts abzufangen und nichts zu erraten. Laut Entwickler Meta nutzen aktuell über eine Milliarde Menschen Passkeys für Whatsapp, also rund ein Drittel aller Userinnen und User. Neu ist, dass sich mehrere Passkeys pro Konto hinterlegen lassen. Das hilft allen, die ein iPhone und ein Android-Gerät nutzen oder das Zweitgerät gleich mitsichern wollen.

So richtest du Passkeys ein:

  1. Öffne die Einstellungen und tippe auf «Konto».
  2. Wähle «Passkeys» und tippe auf «Passkey erstellen».
  3. Bestätige mit Fingerabdruck, Gesicht oder Gerätecode.
  4. Wiederhole es auf deinem anderen gewünschten Gerät.

Der Passkey liegt danach im iCloud-Schlüsselbund oder im Google-Passwortmanager. Verlierst du den Zugang dazu, verlierst du auch den Schlüssel – ein Grund mehr für einen zweiten Passkey.

Warnung bei Anrufen

Die dritte Neuerung kommt automatisch in den Messenger, aber vorerst nur auf Android-Handys. Ruft eine Nummer an, die nicht in deinen Kontakten steht, zeigt Whatsapp in Zukunft mehr Kontext an: aus welchem Land sie ist und ob man gemeinsam in Gruppen ist. Das entlarvt viele Betrugsanrufe schon im Voraus, erklärt der Anbieter im Blogbeitrag. iPhone-User müssen warten. Einen Termin nennt Meta nicht, ebenso wenig einen Zeitplan für die anderen Sicherheitsfunktionen. Die Lancierung ist angelaufen, wird allerdings gestaffelt. Wer die neuen Punkte noch nicht sieht: App aktuell halten und später noch einmal nachschauen.

Achtung vor fieser Masche

Ein Punkt fehlt in Whatsapps Blogbeitrag: Gegen die aktuell perfideste Masche helfen weder Passwort noch Passkey. Dabei bringen Betrüger ihre Opfer dazu, über die Funktion «Verknüpfte Geräte» selbst einen fremden Browser mit dem Konto zu koppeln. Das läuft etwa so: Eine Nachricht mit Link verspricht ein Foto oder eine Abstimmung. Dahinter wartet eine gefälschte Whatsapp-Seite, die zur Eingabe eines Codes auffordert. Wer ihn eintippt, schaltet den Betrügern sein Konto frei. Prüfe deshalb regelmässig in den Einstellungen unter «Verknüpfte Geräte», dass da nur deine Geräte stehen. Alles Unbekannte: sofort abmelden. Für Charlotte K. kommen die neuen Sicherheitsfunktionen drei Jahre zu spät. Sie hat damals ihr Konto verloren und musste gar ihre Nummer wechseln. 

*Name geändert 

So entgehst du den fiesen Maschen der Messenger-Betrüger
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