Leser zu Soldatenmangel
«Die Armee hat schlicht und einfach ein Imageproblem»

Die Schweizer Armee verliert jährlich über 10'000 Soldaten an den Zivilschutz. Um den Mindestbestand zu garantieren, plant das VBS unterschiedliche Massnahmen. Auch unsere Community diskutiert mögliche Lösungen und potenzielle Gründe für die vielen Abgänge.
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Im Juni wurde die Zivildienst-Initiative angenommen: Der Wechsel von der Armee in den Zivildienst soll schwieriger werden.
Foto: ANTHONY ANEX

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Armee gehen jährlich fast 12'000 Soldaten verloren, meist wegen des Zivildiensts
  • Mit flexiblen Modellen und Frauen will das VBS den Mindestbestand sichern
  • Die Community diskutiert über Dienstzwang und Armeekultur
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Alessandro KälinRedaktor Community

Das Schweizer Militär hat Nachwuchsprobleme. Auch wenn der Abgang in den Zivildienst erschwert werden soll und 70 Prozent der Dienstpflichtigen militärtauglich wären, sinkt die Anzahl Soldaten. Fast 12'000 der etwa 26'000 Stellungspflichtigen gehen jedes Jahr verloren, vor allem durch den Zivildienst. Diese Zahl dürfte sich noch weiter verschlimmern.

Um den Mindestsollbestand von 100'000 Angehörigen für den Ernstfall weiterhin zu garantieren, will das VBS zusätzlich auf flexiblere Ausbildungs- und Laufbahnmodelle setzen. Ausserdem will das Departement den freiwilligen Dienst durch Soldatinnen fördern. Ein obligatorischer Orientierungstag für Frauen kommt 2028 vors Volk. Der schwindende Soldatenbestand gibt auch unserer Community zu denken.

«Verweigerer sollten nicht einfach so davonkommen»

Viele Leserinnen und Leser erfüllt das steigende Soldatendefizit mit Sorge. Christian Gadient kann die Abgänger nicht verstehen: «Wenn einem die Freiheit etwas wert ist, sollte die Landesverteidigung doch Priorität haben.» Auch Hugo Ehrismann fragt: «Ist die heutige Jugend nicht mehr gewillt, ihre Heimat zu verteidigen?» Roman Gehrig beanstandet: «Leider sehen die Jungen statt der harten geopolitischen Lage wohl nur ihre eigenen Freiheiten.»

Rolf Gurtner merkt an: «Der Zivildienst wird immer attraktiver sein als der Armeedienst! Zu Hause schlafen anstelle von Zehnerzimmer und Nachtübung bei Regen oder Schnee.» Franz Weber fordert deswegen harte Massnahmen: «Wir brauchen einen Dienstzwang. Verweigerer sollten nicht einfach so mit Zivildienst davonkommen.» Felix Marti schreibt ebenso: «Statt eines obligatorischen Orientierungstages sollte der Zivildienst abgeschafft werden.»

Erika Koller geht noch einen Schritt weiter: «Nichts mit Arbeiten nach Lust und Laune. Wehrpflicht für alle, auch für Frauen. Ich habe Dienst gemacht und das war auch gut so.» Bernd Reichenberger bläst ins selbe Horn: «Ein verpflichtender Informationstag ist nicht genug. Wehrpflicht für alle löst das Problem!»

«Respekt im Militär, schon ist das Problem gelöst»

Andere aus der Leserschaft machen den Rückgang anderweitig fest. Branko Kockica macht den Ruf des Militärs verantwortlich: «Die Armee hat schlicht und einfach ein Imageproblem. Die Misswirtschaft des VBS sorgt immer wieder für Kritik.» Thomas Hager kann nur zustimmen: «Was nützen Soldaten, wenn man keine kompetente Führung hat? Dagegen bringt der Zivildienst klar einen grösseren Mehrwert für die Gesellschaft.»

Christoph Kunz merkt zudem an: «Der Ruf der Armee ist wegen dem unterirdischen Umgang der Offiziere mit ihren Soldaten im Keller. So will niemand ins Militär.» Für Daniel Bieri ist die Sache einfach: «Der Armeekader sollte die eigenen Leute einfach nicht wie Deppen behandeln!» Auch Robin Thalmann schreibt: «Gleichstellung und Respekt im Militär, schon ist das Problem gelöst.»

Thomas Moser kritisiert den obligatorischen Orientierungstag für Frauen: «Ich vermute, absolut keine Frau, die an so einen Tag gezwungen wird, meldet sich danach freiwillig. Nicht nach einem Einblick in all die Missstände.» Eugen Von Salys rät gar allen Dienstpflichtigen: «Jeder, der sich drücken kann, sollte es tun. Die Schweizer Armee ist ein reiner Leerlauf, der Milliarden kostet.»

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