Darum gehts
- Heftiger Streit um «Kampfhund» in Flims GR eskaliert Mitte März
- American Bulldog mit Aggressionsvorwürfen, Halter mehrfach beim Amt gemeldet
- Debatte über Verantwortung, Sicherheit und Regulierung von Hunden
Schon länger sorgt ein American Bulldog in Flims GR für Spannungen unter Hundehaltern. Ein Vorfall im November 2025 hat den Konflikt weiter verschärft: Laut Johannes Gujan soll der Bulldog beinahe seine beiden Windhunde attackiert haben. Eine Mauer habe den Hund daran gehindert, auf die beiden spanischen Galgos namens Falla und Fragolina loszugehen, so Gujan. Um auf die aus seiner Sicht bestehende Gefahr hinzuweisen, hängte er im Dorf Warnplakate auf.
Auch andere Anwohner schildern aggressive Begegnungen. Jolanda Griffin erzählt, dass derselbe Hund ihr bei einem Spaziergang sehr nahekam. Nach einem Wortgefecht habe die Halterin auf Griffins Hund gezeigt, «Pack de Siech» gerufen und ihr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Die Anzeige wurde mangels Zeugen fallengelassen. Die Bulldog-Halterin selbst bezeichnet die Streitigkeiten als übertrieben.
Verantwortung und Halterpflicht
Der Vorfall hat in der Kommentarspalte eine breitere Diskussion ausgelöst. Leserinnen und Leser nutzen sie, um allgemein über Verantwortung, Sicherheit und den Umgang mit Hunden zu diskutieren. Viele betonen, dass aggressives Verhalten bei Hunden meist auf Unwissenheit oder falsche Erziehung der Halter zurückgeht.
So schreibt Leser Daniel Wenger: «Wir sehen das tagtäglich im Tierschutz. Aggressives Fehlverhalten der Hunde liegt ausdrücklich an Unwissenheit und Fehlverhalten der Halter. Darum ganz klar einen Hundeführerschein für alle!»
Fritz Alder, selbst Halter von drei Hunden, sieht das ähnlich. «Es gibt Hunderassen, die bei unsachgemässer Haltung oder Ausbildung ein grösseres Aggressionsverhalten zeigen. Schlimm ist, dass genau diese Rassen bevorzugt in die falschen Hände kommen.» Sein Lösungsvorschlag: «Ein nationales Hunde-Brevet und Wesenstests, gesamtschweizerisch! Dabei lernt man auch, seinen Hund besser zu lesen.»
Manche fordern strikteres Verbot
Einige Leser gehen noch weiter und fordern strengere Einschränkungen. So schreibt User Gregor Gautschi: «In Flims hatte ich vor ein bis zwei Jahren auch eine Situation, in der mich ein Hund beinahe gebissen hätte. Mein Eindruck war, dass solche Vorfälle nicht konsequent genug behandelt werden. Man hört oft Aussagen wie ‹er will nur spielen›, obwohl das Verhalten klar aggressiv ist.» Er weist darauf hin, dass es in der Schweiz jedes Jahr zu schweren Verletzungen durch Hundeangriffe komme und fordert daher klare und konsequent durchgesetzte Regeln für Hundehalter. «Aus meiner Sicht sollten besonders gefährliche Hunde zudem stärker reguliert oder generell verboten werden!»
Leser Michael Ronner schildert seine Erfahrung als Hundehalter einer kleineren Rasse. Er berichtet, dass es immer wieder angespannt werde, sobald kräftige, energiegeladene Hunde seinen Weg kreuzen. «Mein Hund wurde bereits gebissen – seither bleibt immer ein ungutes Gefühl.» Viele dieser Hunde seien für das Umfeld ungeeignet, weil sie oft nicht ausreichend ausgelastet würden. «Wieso müssen wir uns ständig anpassen? Strengere Regeln und Eignungsprüfungen greifen zu kurz – sie versagen in der Praxis. Klare Grenzen sind nötig: Solche Hunde sollten gar nicht erst breit zugelassen werden.»