Darum gehts
- 300'000 Einfamilienhäuser in der Schweiz sind unterbelegt
- 83 Prozent sind bei einer Leserumfrage gegen staatliche Umzugsanreize für Babyboomer
- Über 21'000 Teilnehmer: Mehrheit pocht auf Rechte der Hausbesitzer
Rund 300'000 Einfamilienhäuser in der Schweiz sind unterbelegt. Viele Babyboomer leben alleine oder zu zweit in Wohnraum, welcher einst für mehrköpfige Familien gedacht war. Im Zuge der Wohnungsnot werden die Einfamilienhäuser nun beim Bund zum Thema.
Die Behörden wollen mittels einer Studie prüfen, was sich aus den Einfamilienhausquartieren herausholen lässt. Das Bundesamt für Wohnungswesen nennt etwa Massnahmen oder Anreize durch Gemeinden und Kantone, um kleineren Wohnraum für Babyboomer attraktiver zu machen. Obwohl es sich vorerst nur um eine Untersuchung handelt, horcht ein grosser Teil unserer Leserschaft empört auf.
Die Community ist mehrheitlich gegen Anreize
Eine Leserumfrage mit über 21'000 Teilnehmern zeigt, dass überwältigende 83 Prozent dagegen sind, dass der Bund Babyboomern Anreize zum Umzug setzt. Für sie liegen die Rechte der Hausbesitzer im Vordergrund.
Nur 14 Prozent halten dagegen. Sie sehen die möglichen Anreize als Chance, vor allem für Familien. Jedoch haben auch in der Kommentarspalte die Gegner die Überhand.
«Mein Haus, mein Entscheid!»
Viele aus der Leserschaft stehen deutlich für die Häuser von Babyboomern ein. Sepp Meyer stellt klar: «Es geht niemanden etwas an, wie alt man ist und ob man ein Haus besitzt. Dieses hat man sich schliesslich ehrlich erarbeitet!» Er lasse sich von niemandem vorschreiben, wie lange er in seinem Haus bleiben darf. Sandra Galander bläst ins selbe Horn: «Mein Haus, mein Entscheid!»
Iris Fischer hebt zudem hervor: «Das Problem ist auch, dass es oft am Wohnort keine freien, bezahlbaren Wohnungen gibt. Normalerweise wohnt man günstig im Eigenheim.»
Daniel Max kritisiert: «Da wird indirekt wieder auf die Rentnerinnen und Rentner geschossen. Ein Armutszeugnis des Bundes. Immer gegen das eigene Volk.» Eduard Wettstein kommentiert gar: «Bevor mir jemand mein sauer erarbeitetes Haus wegnimmt, zünde ich es selber an!»
«Familien sind unsere Zukunft»
Eine kleinere Lesergruppe spricht sich für die Anreize aus. Isabel Hog ist eine von ihnen: «Wenn der Bund Anreize schafft, ist dies doch eine gute Sache. Er könnte ja zum Beispiel die Maklergebühr und die Gebühren beim Verkauf übernehmen.» Auch Beni Ambühl bremst die Kritiker: «Sie müssen doch nicht ihr Eigenheim räumen, das ist ja ihr Besitz. Es geht darum, Anreize zu schaffen. Entscheiden würde hoffentlich immer der Eigenheimbesitzer.»
Regula Rauber zeigt sich selbst offen: «In unserem Hüsli könnte auch eine Familie leben. Wir wären bereit, in eine Dreizimmerwohnung zu ziehen, um Wohnraum freizugeben. Sofern eine Alternative gewährleistet ist.» Werner Stutz hebt ebenfalls hervor: «Familien sind unsere Zukunft! Es ist wichtig, dass der Bund handelt.»