Darum gehts
- Neue Initiative will F-35-Kaufvertrag mit den USA stoppen
- Initianten warnen vor Abhängigkeit von den USA
- Manche Leser fragen sich, ob teurer Jet richtige Lösung ist für die Schweiz
Noch ist der F-35-Deal nicht in trockenen Tüchern. Eine neue Volksinitiative des Bürgervereins «Nein zu den F-35» will den Kaufvertrag mit den USA doch noch abwenden. Der Verein fordert, dass der Bund die Bestellung gänzlich storniert. Damit einher soll das Armeebudget entsprechend gekürzt werden. Der Initiativtext wird am kommenden Dienstag veröffentlicht.
Die Argumente der Initianten decken sich mit denen aus dem ersten Anfechtungsversuch aus dem Jahr 2021. Sie warnen vor einer «inakzeptablen und riskanten» Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten, in die sich die Schweiz mit diesem Kauf begibt. Zudem ist eine Angriffswaffe für sie das falsche Verteidigungsinstrument für die Schweiz. Der Vorstoss des Vereins entfacht erneut eine Debatte zur Landesverteidigung in unserer Leserschaft.
«Mir gefällt nicht, wie mit unseren Steuergeldern umgegangen wird»
Eine Fraktion unserer Leserinnen und Leser unterstützt die Initiative gegen die Kampfjets. Thomas Marti ist einer von ihnen: «Die F-35-Jets brauchen wir nicht. Man erkennt in aktuellen Konflikten, was Flieger zur Verteidigung beitragen.» Martin Widmer fragt zudem: «Was braucht die Schweiz wirklich für eine gute Abwehr, wenn man die laufenden Kriege betrachtet? Ich denke Cyber-, Drohnen- und Raketenabwehr müsste es vor allem sein.» Jets würden da sicher dazugehören, seien für Widmer aber in jeder Beziehung zu teuer.
Hans Gusen merkt an: «Ist der teuerste und beste Kampfjet wirklich die richtige Wahl für die Schweiz, die mitten von Nato-Ländern umgeben ist? Mir gefällt nicht, wie mit unseren Steuergeldern umgegangen wird.»
Thomas Perler ist nicht gegen die F-35-Jets, aber gegen eine Abhängigkeit durch die USA: «Mit diesem Kauf unterstützen wir finanziell die Kriege, welche die USA führt. Sofort stoppen!» Paul Vogt bläst ins selbe Horn: «Handeln wir doch in Zukunft mit befreundeten Staaten. Welche, die sich an Verträge halten, anstatt uns nach Lust und Laune zu erpressen.» Auch Serge Schmid kommentiert: «Ja zu Flugzeugen, nein zu den Amis. Ganz einfach!»
«Keine Luftverteidigung zu haben, das ist unhaltbar»
Die Gegenseite sieht ein gewaltiges Problem in der Initiative. Reto Gyr gehört zu den Protestierenden: «Unser Land ist nur noch ein Kindergarten! Wir brauchen die Armee und sie muss gut ausgerüstet sein. Dazu gehören nun mal auch Kampfjets!» Auch Rolf Gurtner hebt tadelnd den Finger: «Die ganze Schweiz sollte sich hinter die Ohren schreiben, dass die Situation vorgibt, welche Mittel nötig sind. Keine Luftverteidigung zu haben, das ist unhaltbar und muss umgehend abgestellt werden.»
Peter Joachim gehen die Forderungen des Bürgervereins schlicht zu weit. Er erklärt: «Wäre die Initiative nur gegen die Beschaffung der F-35-Jets gerichtet, hätte ich sie unterschrieben. Doch die Anpassung des Armeebudgets gefährde auch die Anschaffung von Flugzeugen aus anderen Ländern. «Sollen wir unseren Himmel etwa mit Heissluftballons verteidigen?», kritisiert er.
Peter Friedrich geht mit allen Militärgegnern ins Gericht: «Da geht es gar nicht um den F-35, sondern schlicht und einfach gegen die Armee. Über 30 Jahre hat man bei der Armee gespart, in der äusserst naiven Annahme von ewigem Frieden. Es scheint, sehr viele haben noch immer nicht begriffen, um was es geht!»