Darum gehts
- Ein Skandinavier kritisiert das Schweizer Müllsystem als kompliziert und teuer
- Umfrage: 68 Prozent der 4300 Teilnehmer finden das System sehr gut
- 26 Prozent sehen es als zu teuer, 6 Prozent trennen Müll nicht
Die Schweiz ist in vielen Belangen für Komfort und Effizienz bekannt. Für einen frustrierten Skandinavier ist unser Entsorgungssystem allerdings die grosse Ausnahme. Der Zugezogene beschwert sich dazu ausgiebig auf Reddit. Plastik an einen Ort, PET an einen anderen. Glas zur Sammelstelle. Karton muss gebündelt werden, Bioabfall wird nochmals separat entsorgt. Für den Mann ist der ganze Aufwand eher «ein Teilzeitjob» als eine komfortable Lösung. Auch monatlich 50 Franken für Züri-Säcke ausgeben zu müssen, gefällt ihm ganz und gar nicht.
Auf Reddit bestärken ihn viele in seiner Kritik. Andere Nutzerinnen und Nutzer nennen das Schweizer Abfallsystem kompliziert, eklig, zeitaufwendig und teuer. Aus dem Schweizer Lager widersprechen jedoch viele. Sie verteidigen die Abfallorganisation unseres Landes. Auch in unserer Community sind die Gemüter rund um Müll und Kehricht gespalten.
So steht die Community zum Schweizer Abfallsystem
Eine Leserumfrage mit knapp 4300 Teilnehmern zeigt, dass 68 Prozent das aktuelle Müllsystem sehr gut finden. Diese Gruppe geht sogar so weit, dass sich andere Länder an der Schweiz ein Beispiel nehmen könnten.
Dementgegen sind 26 Prozent der Ansicht, dass die Mülltrennung in der Schweiz tatsächlich zu teuer und übermässig kompliziert ist. Diese würden sich eine Vereinfachung wünschen. Die verbliebenen 6 Prozent trennen ihren Müll grundsätzlich nicht. Auch in den Kommentaren treffen klare Standpunkte aufeinander.
«Wer sich bei der Müllentsorgung anpassen kann, ist im Vorteil»
Viele aus der Leserschaft vertreten eine andere Meinung als die frustrierten Nutzerinnen und Nutzer auf Reddit. Sandra Walliser schreibt etwa: «Ich finde, es macht so Sinn. Man muss sich einfach mit dem System auseinandersetzen und sich ein wenig anpassen.» Luis Dubler bläst ins selbe Horn: «Wir haben ein sehr gutes Abfallsystem. Wer sich auch bei der Müllentsorgung anpassen kann, ist klar im Vorteil.»
Auch Linus Sennrich hat wenig Mitleid: «Das Abfallkonzept hat sich seit Jahren bewährt und der Zeitaufwand für die fachgerechte Entsorgung ist nun wirklich nicht erwähnenswert. Man muss halt sein Zeitmanagement entsprechend optimieren.»
Moritz Kleger hebt zudem hervor: «Müll trennen ist keine Pflicht. Wer will, kann alles über die bezahlten Abfallsäcke entsorgen. Einheitsmüllsack geht auch ohne Trennsystem.» Roger Jenny meint ebenso: «Wenn es zu anstrengend ist, kann man ja auch alles im Müllsack entsorgen. Aber das wird dann wohl vielen einfach zu teuer sein. Man muss sich entscheiden.»
«Das System wird immer komplizierter statt einfacher»
Andere aus der Community können die Kritikpunkte gut nachvollziehen. Alexander Schmieden ist einer von ihnen: «Ich lebe schon sehr lange in der Schweiz und ich muss sagen, Entsorgung ist manchmal schon sehr umständlich, zeitraubend und auch teuer.» Beat Schmidt beanstandet ebenso: «Irgendwann gibt es dann wieder einen neuen Sack, wo man noch genauer trennen muss. Das System wird immer komplizierter statt einfacher.»
Willi Geissbühler merkt an: «In vielen Ländern existieren Container für Papier und Karton sowie für Plastik, PET, Metall, Dosen und so weiter. Bloss bei uns schlafen die Zuständigen noch tief und hinken hinterher.»
Albert Meier ergänzt: «Ich kann den Frust von Leuten nachvollziehen, die kein Auto haben. Abfall aller Arten in der Stadt Zürich zu Fuss zu entsorgen, ist nicht wirklich bequem eingerichtet.» Thomas Huber schreibt gar: «Unser Trennsystem ist an Unzumutbarkeit kaum zu überbieten. Das wurde klar von Beamten am Schreibtisch erfunden.»