«Wie ein Teilzeitjob»
Ausländer verzweifeln am Schweizer Abfall-System

PET zum Supermarkt, Glas zur Sammelstelle, Karton bündeln – und für Restmüll zahlen: Ein Skandinavier verzweifelt am Schweizer Abfallsystem. Auf Reddit beklagt er einen komplizierten, teuren «Teilzeitjob». User teilen seinen Frust – andere raten ihm zu kleineren Säcken.
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Das Schweizer Abfall-System sorgt bei Ausländern für Verwunderung. Warum ein so reiches Land ein so unpraktisches System habe, nervt sich ein User auf Reddit – und erhält Unterstützung.
Foto: Stadt Zürich

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Skandinavier kritisiert das Schweizer Abfallsystem als kompliziert und teuer
  • Viele Wege und Regeln machen die Entsorgung zum zeitaufwendigen Alltag
  • Schweizer Reddit-Nutzer verteidigen das System – und raten: «Kauf kleinere Säcke»
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Die Schweiz gilt als sauber, organisiert und effizient. Ausser, man will etwas wegwerfen. Dann beginnt offenbar eine Art «Escape Game» – mit einer Fülle von Pflichten und Regeln, die für Aussenstehende undurchschaubar scheinen.

Plastik hierhin, PET dorthin, Karton bündeln, Bioabfall separat entsorgen – und für den Restmüll auch noch bezahlen: Ein Skandinavier, der in der Schweiz lebt, rechnet mit dem Schweizer Entsorgungssystem ab.

Der Mann lässt auf Reddit seinem Frust über das hiesige Abfallsystem freien Lauf. Sein Fazit: kompliziert, eklig, zeitaufwendig – und vor allem teuer.

Ein System wie ein Spiel

Plastik separat wegbringen. PET in den Supermarkt. Glas zur Sammelstelle. Karton bündeln und auf den richtigen Abholtermin warten. Besonders nach einem Leben in Skandinavien sei die Schweiz überraschend unbequem: «Für ein so reiches Land hätte ich mehr Komfort erwartet. Ich muss sagen, es fühlt sich an wie ein Teilzeitjob.»

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«Sicherlich haben die Schweizer genug Geld», schreibt der WG-Bewohner weiter, «um ein besseres System zu schaffen, das nicht an private Unternehmen ausgelagert wird, damit es für diejenigen unter uns, die es sich nicht leisten können, monatlich 50 Franken für Züri-Säcke auszugeben, weniger stinkend und fliegenverseucht ist.»

Ein anderer Reddit-Nutzer teilt seinen Ärger: «Es scheint, als hätte Komfort hier die geringste Priorität. Zehn Minuten zur Migros für PET. Zehn Minuten zur Bushaltestelle für Glas. Karton bündeln und auf den richtigen Abholtermin warten. Dann nochmals los zum Kompost. Und dann natürlich Züri-Säcke besorgen.» Das Schweizer System sei ein «Trash-disposing walking simulator game» – ein Müllentsorgungs-Spiel, bei dem man vor allem eines tut: laufen.

Schweizer schlagen zurück

Ein User fragt in die Runde: «Warum ist das Recycling so getrennt und kompliziert? Ich verstehe die Logistik dahinter nicht.» Natürlich dauerte es nicht lange, bis die Verteidiger des Züri-Sacks aufmarschierten. «Wie viel Müll produziert ihr eigentlich?», fragt ein Nutzer.

Andere erklären: In Skandinavien sei die Entsorgung ebenfalls nicht gratis – sie werde einfach über höhere Steuern bezahlt. In der Schweiz gilt dagegen: Wer mehr Müll produziert, bezahlt mehr.

Dann gibt es noch die pragmatische Fraktion. «Kauf kleinere Säcke.» Problem gelöst.

Jede Gemeinde anders

Warum ist das Ganze überhaupt so kompliziert? Auch dafür hat Reddit eine Erklärung: Föderalismus.

Je nach Kanton und Gemeinde gelten unterschiedliche Regeln, Recyclingstellen und Vorschriften. Einfach oder gar bequem ist das nicht.

Nach einem Samstagmorgen mit PET, Altglas, Karton und Kompost hat man in der Schweiz nicht nur den Müll entsorgt. Man hat auch sein Tagespensum Schritte erledigt.

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