Darum gehts
- SVP-Nationalrat Giezendanner warnt vor Verkehrskollaps und kritisiert Bundesrat Rösti
- Er fordert Autobahnausbau, besseren ÖV und Abstimmung von Verkehrsprojekten
- 2024 lehnte Schweiz Strassenausbau mit 52,7 % Nein-Stimmen ab
Die Schweiz steht vor einem Verkehrsproblem, zumindest wenn es nach SVP-Nationalrat und Transportunternehmer Benjamin Giezendanner geht. Im Interview mit Blick warnt er vor einem drohenden Verkehrskollaps.
Giezendanner sieht nicht nur einzelne Engpässe, sondern ein grundsätzlich überlastetes Verkehrsnetz. Dabei nimmt der SVPler sogar den eigenen Bundesrat Albert Rösti ins Visier und wirft ihm beim Strassenausbau fehlenden Mut vor.
Im Gespräch mit Blick fordert der Nationalrat einen deutlich stärkeren Ausbau der Autobahnen. Gleichzeitig setzt er auf einen starken ÖV und eine bessere Abstimmung von Strassen- und Bahnprojekten. Bei der Bahn will er zudem Projekte mit fraglichem Kosten-Nutzen-Verhältnis überprüfen und künftig Strassen- und Bahnausbau gemeinsam planen und zur Abstimmung bringen.
Giezendanner trifft einen Nerv
In der Community werden Verkehrsthemen wie Stau und Strassenausbau regelmässig kontrovers diskutiert. Entsprechend gross ist die Beteiligung an der Debatte über Giezendanners Forderungen. Dabei stimmen ihm viele Leserinnen und Leser deutlich zu. Beat Krättli ist einer von ihnen: «Recht hat er! Ich bin beruflich täglich auf der Autobahn unterwegs und gottenfroh, muss ich den endlosen Stau nicht auf ewig mitmachen. Es nervt nur noch.»
Tina Baumann ist sauer: «Die ewigen Verhinderer erzeugen den Kollaps! Dass es mit mehr Strassen wieder weniger Verkehr gibt, sollte doch jedem einleuchten.» Mario Aeschlimann hebt zudem hervor: «Mit der Zunahme der Staus reduziert sich die Produktivität. Das kostet auch eine Menge Geld. Wir müssen etwas tun.»
Lionel Werren ist wichtig: «Abstimmungen zum Autobahnausbau sollten kantonal durchgeführt werden. Die Menschen, die dort leben und direkt betroffen sind, sollen entscheiden.» Für Mark Müller ist klar: «Wir steuern nicht auf den Verkehrskollaps zu, wir stecken schon mittendrin.»
«Ich will die Faulheit der Pendler nicht mit meinem Geld finanzieren»
Doch nicht alle in der Community begrüssen die Forderung nach mehr Autobahnen. Einige Kommentatorinnen und Kommentatoren widersprechen Giezendanner und Community-Mitgliedern deutlich. Roman Bachmair ist etwa überzeugt: «Noch mehr Strassen ziehen nur noch mehr Verkehr an! Das Problem muss anders angegangen werden. Unnötiger Verkehr gehört reduziert.»
Auch Martin Lutz teilt seine Vorschläge: «Individuellen Privatverkehr einschränken oder Güter auf die Bahn. Nur der Verteilerverkehr auf der Strasse. Neue Konzepte müssen her!» Tom Meyer fügt hinzu: «Ich will die Faulheit der Pendler nicht mit meinem Steuergeld finanzieren. Zuerst gehören ÖV und Langsamverkehr ausgebaut.»
Michael Schnegg erinnert zudem an die Abstimmung vom November 2024: Damals lehnte die Schweizer Stimmbevölkerung den geplanten Ausbau der Nationalstrassen mit 52,7 Prozent Nein-Stimmen ab. «Sowohl Giezendanners als auch Röstis Lobbyisten haben sich dem Volkswillen zu beugen», schreibt er, «da hilft all das kindische ‹Stämpfelen› und ‹Trötzelen› nichts.» Auch Andrea Müller unterstreicht: «Das hat doch nichts mit Mut zu tun. Die SVP hat das Abstimmungsresultat zu akzeptieren!»