Darum gehts
- In Liechtenstein jagte die Polizei einen 12-jährigen E-Scooter-Fahrer
- Der Junge fuhr einen erst ab 14 Jahren zugelassenen Roller und flüchtete
- Kritik an Polizei: Zeugen bemängeln Sicherheitsrisiken und unverhältnismässiges Vorgehen
Durch den sonst stillen Ort Mauren im Fürstentum Liechtenstein hallten am Dienstagabend laute Polizeisirenen. Zwei Polizisten lieferten sich dort eine Verfolgungsjagd mit einem zwölfjährigen E-Scooter-Fahrer. In einem Video ist zu sehen, wie der Einsatzwagen hinter dem Kind herfährt. In den letzten Sekunden fahren die Polizisten dicht neben den Roller. Der Bub stürzt, bleibt aber glücklicherweise unversehrt.
Auslöser für die Verfolgung: Der Roller war ab 14 Jahren zugelassen, der Fahrer aber erst zwölf Jahre alt. Als er von den Beamten konfrontiert wurde, ergriff der Junge die Flucht.
Die Polizisten werden für ihr Vorgehen von den Anwohnern kritisiert. Zum einen, weil der brisante Fahrstil der Polizei sichtbare Spuren im Familienquartier hinterliess, aber auch aus Sicherheitsbedenken für Fussgänger und den E-Scooter-Fahrer.
«Den Jungen so zu Fall zu bringen, das war grob fahrlässig»
Auch in unserer Leserschaft stehen viele der Polizeiaktion kritisch gegenüber. Stefan Vetsch findet das Verhalten der Polizei völlig unverständlich: «Wegen eines 12-Jährigen eine Verfolgungsjagd durch ein Dorf zu starten, ist unverhältnismässig und verantwortungslos. Die Aufgabe der Polizei ist es, Menschen zu schützen.» Joe Relly kann nur zustimmen: «Völlig falsch eingeschätzt und ein viel zu hohes Risiko eingegangen. Diese beiden Polizisten gehören definitiv nicht auf die Strasse!»
Benno Zimmerli hebt zudem hervor: «Jetzt werden Kinder nicht mehr nur noch für jeden Seich bestraft, sie werden auch noch fast überfahren. Wir reden immer noch von einem Minderjährigen!» Nathaniel De Salis ist ebenfalls schockiert: «Ich finde es beschämend, dass die Gemeindepolizei in Kauf nimmt, durch eine Verfolgung einen Jugendlichen zu gefährden und einen schweren Unfall zu riskieren.»
«Vor der Polizei flüchten ist nicht einfach ein Kinderstreich»
Andere Leserinnen und Leser verteidigen das Vorgehen der beiden Polizisten. Rolf Vogel ist einer von ihnen: «Die Polizei hat richtig gehandelt. Eine Straftat ist eine Straftat. Von jung an durchgreifen und die Eltern in das Urteil miteinbeziehen.» Joachim Bretschneider stimmt zu: «Lasst die Polizei ihren Job tun. Verkehrsregeln gelten für alle.»
Urs Leibundgut spezifiziert: «Der Lausbub ist geflüchtet und war zwei Jahre zu jung, um überhaupt mit dem Roller fahren zu dürfen. Alles richtig gemacht vonseiten der Polizei, die Eltern sollen ihre Aufsichtspflicht besser wahrnehmen.» Bernd Helmut merkt ebenfalls an: «Mit einem E-Scooter vor der Polizei flüchten ist nicht einfach ein Kinderstreich, zumal der Bub mit überhöhter Geschwindigkeit selbst einen Unfall riskiert hat.»
Thomas Felder merkt abschliessend an: «Auch wenn die Polizei vielleicht übers Ziel hinausgeschossen ist, hoffe ich doch, dass der Bub etwas daraus gelernt hat und in Zukunft gegenüber der Polizei Respekt zeigt.»