Darum gehts
- Junge SVP kritisiert Unisex-WCs im Trauffer-Erlebnispark in Brienz BE
- Umfrage: 57 Prozent der 7'400 Befragten lehnen geschlechtsneutrale Toiletten ab
- 22 Prozent akzeptieren Unisex-WCs unter Bedingungen, 21 Prozent befürworten sie komplett
Nils Fiechter (29), Präsident der Jungen SVP, echauffiert sich über den Musiker Marc Trauffer (47). Allerdings geht es dabei nicht um seine Musik, sondern ums stille Örtchen. In einem offenen Brief beschwert sich der Politiker über die Toilettensituation im Kuhniversum. Denn: In Trauffers Erlebniswelt in Brienz BE gibt es Unisex-Toiletten.
Fiechter spricht von «woker Indoktrination» und wirft dem Musiker vor, ein «nicht real existierendes Fantasiekonstrukt eines ‹dritten Geschlechts›» zu fördern. Deswegen besteht Fiechter darauf, dass das Symbol der «halben Frau» vor dem Toiletteneingang entfernt wird. Der WC-Knatsch geht auch an unserer Community nicht vorbei. Es herrschen klare Meinungen zu Gender-Toiletten.
Mehrheit der Leserschaft will getrennte WCs
Gemäss einer nicht repräsentativen Leserumfrage mit über 7400 Teilnehmern sind 57 Prozent klar gegen geschlechtsneutrale Toiletten. Für sie ist die Trennung von Männern und Frauen in diesem Fall unverzichtbar.
22 Prozent haben nichts gegen Unisex-Toiletten, sofern getrennte WCs weiterhin vorhanden sind. Die verbliebenen 21 Prozent begrüssen geschlechtsneutrale WCs in allen Fällen. Diese Lesergruppe legt grossen Wert auf Inklusion und Gleichberechtigung. In den Kommentaren löst die Beschwerde der Jungen SVP eine Gender-Diskussion aus.
«Ich würde niemals eine solche Toilette benutzen»
Viele Leserinnen und Leser schliessen sich Fiechters Brief an. Thomas Ulrichsson ist einer von ihnen: «Schön und gut, wenn man sich nicht als Mann oder Frau sieht. Ob man allerdings wegen dieser doch sehr seltenen Sorte alles umstellen muss, sei dahingestellt.» Verena Winterberg fordert: «Bleibt bei der Trennung von Mann und Frau. Die meisten wollen es so!»
Jeannette Huber erklärt ihre Perspektive: «Ich fühle mich in getrennten Toiletten wohler. Menschen, welche sich keinem Geschlecht zuordnen wollen, können gerne ihr präferiertes WC benutzen. Aber so geht mir das zu weit.» Auch Olivia Meierhans teilt: «Ich würde niemals eine solche Toilette benutzen, vorher wechsle ich das Lokal.» Daniel Hitz ist aufgebracht: «Hört endlich mit diesem woken Genderquatsch auf! Das hat nichts auf Toiletten zu suchen!»
«Bei uns zu Hause ist das stille Örtchen auch unisex»
Andere Kommentierende halten klar gegen die Junge SVP. Kurt Latzer schreibt etwa: «Wenn es schnell gehen muss, ist mir wirklich egal, ob ein WC für Männlein, Weiblein oder eines der tausend anderen Geschlechter ist.» Teddy Turner argumentiert ähnlich: «Bei uns zu Hause ist das stille Örtchen auch unisex. Das können alle benutzen, auch ohne Schild dran.»
Andreas Siegenthaler hebt hervor: «Tatsache ist, dass Frauen an Grossanlässen sowieso auf die Männertoilette gehen, weil es dort weniger Andrang gibt. Die Genderdebatte ist unnötig.» Edi Rey kritisiert: «Die junge SVP will einem privaten Unternehmer vorschreiben, wie er seine Toiletten anzuschreiben hat. Schon mal etwas von Gewerbefreiheit gehört?» Ralph Osterwalter stichelt: «Der Klowandel gehört bei der Jungen SVP offenbar zu den dringendsten Themen überhaupt.»