Leser zu Lohnabzügen
«Jetzt werden wir sogar schon bei den Steuern bevormundet!»

Jeder zehnte Mensch in der Schweiz hat Steuerschulden. Drei Zürcher Kantonsrätinnen fordern deswegen, dass die Steuern künftig direkt vom Lohn abgezogen werden. Eine Debatte zur Selbstverantwortung entbrennt in unserer Community.
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Als erster Kanton führt Basel einen Steuerabzug direkt vom Lohn ein. Wer nicht teilnehmen möchte, muss sich aktiv abmelden.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zürcher Kantonsrätinnen fordern automatischen Steuerabzug direkt vom Lohn ab 2024
  • Schweizweit leben 10 Prozent in Haushalten mit Steuerschulden, Lösung umstritten
  • 53 Prozent der 6400 Umfrageteilnehmer unterstützen die Initiative zur Schuldenvermeidung
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Alessandro KälinRedaktor Community

Drei Kantonsrätinnen wollen den Steuerschulden im Kanton Zürich auf den Zahn fühlen. Nach einem Modell aus dem Kanton Basel-Stadt fordern Mandy Abou Shoak (37, SP), Judith Stofer (67, AL) und Andrea Grossen-Aerni (53, EVP), dass Steuern künftig direkt vom Lohn abgezogen werden. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen einen Lohnprozentsatz direkt ans Steueramt überweisen. Wer das nicht möchte, müsste aktiv widersprechen.

Stand 2024 leben zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung in einem Haushalt mit Steuerschulden. Mit dem Vorstoss wollen die Initiantinnen die Bevölkerung entlasten. Ob sie im Kantonsrat auf Zustimmung stossen, ist vor allem von den Stimmen der GLP und der Grünen abhängig. Innerhalb unserer Community hat bereits ein Votum stattgefunden.

Mehrheit der Leserschaft stimmt für Lohnabzug

Gemäss einer Leserumfrage mit über 6400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützen 53 Prozent eine solche Initiative. Sie sind überzeugt, dass eine Lohnabgabe Steuerschulden verhindert.

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25 Prozent würden die Massnahme nur auf freiwilliger Basis unterstützen. Dass eine Abmeldung vom neuen System ein aktiver Schritt und nicht der Standard ist, geht vielen zu weit. Die verbliebenen 22 Prozent sind vollkommen gegen die Lohnabgabe. Sie sprechen von Fremdbestimmung. In der Kommentarspalte wird über die Vor- und Nachteile diskutiert. Die Gegnerinnen und Gegner sind dort in der Überzahl.

Ruf nach Eigenverantwortung

Viele Leserinnen und Leser fühlen sich von der Politik bevormundet. Unter ihnen ist auch Roland Eberhard: «Ich möchte unter dem Jahr selber entscheiden, was ich mit meinem Lohn mache. Wollen die auch gleich noch die Krankenkassenprämie durch Lohnabgaben finanzieren?» Chrigu Schelling stimmt voll und ganz zu. Er fügt an: «Der Staat muss uns nicht das Händchen halten! Wer Ende des Jahres wegen einer hohen Rechnung erschrickt, hat seine Finanzen nicht im Griff.»

Dieter Graf kritisiert: «Jetzt werden wir sogar schon bei den Steuern bevormundet!» Reto Ursch argumentiert zudem: «Nur zehn Prozent haben Steuerschulden. Und jetzt müssen sich alle wegen einer Minderheit, die sich anscheinend nicht selber organisieren kann, anpassen?»

Susanne Hänggi bläst ins selbe Horn: «Uns wird die Selbstverantwortung abgenommen. Man muss ein System nicht ändern, weil zehn Prozent es nicht schaffen, einen Zahlungsauftrag einzurichten.»

«Für Leasing haben die Leute Geld, aber bei den Steuern hörts auf»

Andere Leserinnen und Leser widersprechen. Köbi Amstutz ist ein Fan des Vorstosses: «Wenn die Steuern direkt abgezogen werden, sind sie bezahlt und man kann das Geld nicht anderswo rausschmeissen. Es würde ein grosses Problem lösen, das in der Schweiz teilweise vorherrscht.»

Jürg Amacher hebt hervor: «Zehn Prozent ist nicht wenig. Und davon sind sicher nicht alle kleine Steuerschuldner. Deshalb sehe ich diese vorbeugende Massnahme positiv.»

Roman Bachmair geht sogar einen Schritt weiter: «Finde den Ansatz gut, aber nicht freiwillig. Dann melden sich genau diejenigen ab, welche das Problem sind.» Max Müller pflichtet ihm bei: «Das ist ein Muss. Für Leasing und teure Ferien haben die Leute Geld, aber bei den Steuern hörts auf.»

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