«Hausverbot wegen einem verf****** Gipfeli?»
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Comedian Julia Steiner:«Hausverbot wegen einem verf****** Gipfeli?»

Leser zu Self-Scan-Debakel
«Wenn es Diebstahl war, ist die Strafe auch gerechtfertigt»

Für zwei Jahre aus der Coop-Filiale verbannt. Der Grund für das Hausverbot von Julia Steiner ist ein einzelnes Gipfeli, das sie beim Self-Scan nicht erfasst hat. Viele in der Community sind entgeistert über das Ausmass der Strafe.
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Julia Steiner darf die kommenden zwei Jahre nicht in eine bestimmte Coop-Filiale. Wegen eines nicht bezahlten Gipfelis erhält sie Hausverbot.
Foto: Instagram/juliasteiner
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Alessandro KälinRedaktor Community

Hausverbot wegen einem Gipfeli? Klingt absurd, ist aber genau das, was Komikerin Julia Steiner (26) im Coop passiert ist. Ganz normal war sie mit einem 175-Franken-Einkauf beim Self-Scan. Sie habe alles erfasst, dabei aber ein Gipfeli vergessen. Kurz darauf wurde sie von einer Sicherheitsperson konfrontiert. 

Die Konsequenzen lassen Steiner aus allen Wolken fallen. Sie hat zwei Jahre Hausverbot in der Filiale. Eine Umtriebsentschädigung von 150 Franken muss sie obendrauf zahlen. Die Komikerin findet die Strafe bei so einem Fall unverhältnismässig. Viele Leserinnen und Leser stimmen ihr zu. Auch bei vielen in der Community geht des Öftern der ein oder andere Artikel beim Self-Scan unter. 

So handhabt es die Community mit Self-Scan

Eine nichtrepräsentative Umfrage mit über 18'200 Teilnehmern offenbart, dass ganze 22 Prozent beim Self-Scan schon aus Versehen Artikel vergessen haben. 5 Prozent erfassen sogar manchmal bewusst nicht alle Artikel.

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39 Prozent gaben hingegen an, dass sie immer alles regelkonform einscannen. 34 Prozent nutzen gar kein Self-Scan. Zu Julia Steiners Fall sind unsere Leserinnen und Leser in den Kommentaren ähnlich gespalten.

«Niemand macht so etwas absichtlich!»

Eine grosse Gruppe in der Leserschaft zeigt Mitgefühl mit Steiner. Yves Guttier ist einer davon: «Wenn sie 175 Franken abrechnet und nur das Gipfeli nicht, ist doch klar, dass das keine Absicht war. Die Strafe ist überrissen.» Auch David Brunner sieht bei der Komikerin keine Schuld: «Das Scannen von Ware im Wert von nicht einmal einem Prozent des Einkaufs ging vergessen. Niemand macht so etwas absichtlich!» 

Viele finden die Massnahmen von Coop unverhältnismässig. So etwa Jan Klauser: «Sie hat für fast 200 Franken eingekauft und dann so ein Drama um ein Gipfeli. Verstehe ich nicht, es kann jedem passieren. Coop übertreibt masslos.» Stefan Gisler stimmt zu: «Da schadet sich Coop bloss selber.» Er würde hier diese Mitarbeiter besser schulen: «Bei so einem Versehen wäre gesunder Menschenverstand angebracht.»

Bruno Stehli kritisiert ebenfalls: «Wie praktisch. Der Grossverteiler spart Personal, der Kunde arbeitet gratis – und wenn dabei ein Fehler passiert, ist es plötzlich eine Straftat.» David Brunner geht noch weiter: «Nicht der erste Konzern, der gelegentlich die eigene Macht missbraucht. Zudem auf unverhältnismässige, feindselige Art und Weise.» Aber nicht alle gehen mit Coop ins Gericht. Ganz im Gegenteil. 

«Das passiert ihr so schnell nicht wieder»

Die Gegenseite befürwortet die harte Reaktion von Coop. Michael Altmann kommentiert konsequent: «Wenn es Diebstahl war, dann ist die Strafe auch gerechtfertigt.» Patrik Stürm schreibt ebenfalls: «Wer stiehlt, muss die Konsequenz tragen.» Fredy Hunz schreibt kurz und knapp: «Absolut richtig, was Coop macht.»

Leandra Holofernes fürchtet die Folgen, wenn beim Self-Scan keine konsequenten Strafen ausgesprochen werden. «Rechnet doch bitte mal», bittet sie die Leserschaft direkt. Sie führt aus: «Ein Gipfeli pro Tag wird nicht eingescannt. Was macht das im Jahr?» Zudem sei Steiner sicher nicht die Einzige, bei der etwas vergessen geht.

So hält sich auch bei vielen anderen das Mitleid mit Julia Steiner in Grenzen. Rolf Meyer kritisiert: «Immer wieder spannend, wenn Leute gegen Regeln verstossen und sich dann öffentlich über die Konsequenzen beschweren.» Auch Christian Berger empfiehlt Steiner, sie solle den Entscheid hinnehmen: «Wie wäre es, mal zu lernen, einen Entscheid zu akzeptieren?» Maja Aeschlimann merkt an: «Hart, aber ich glaube, dass ihr das nicht so schnell wieder passiert.»

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