Darum gehts
- Anti-AKW-Bündnis sammelt 125'000 Unterschriften für Referendum gegen Neubauverbot-Aufhebung
- Neues Kernkraftwerk könnte bis zu 43 Milliarden Franken kosten
- Leserumfrage: 52 Prozent pro AKW, 49 Prozent dagegen mit klaren Argumenten
Albert Röstis Pläne für neue Kernkraftwerke stossen auf Widerstand. Ein Anti-AKW-Bündnis hat 125'000 Unterschriften für ein Referendum gesammelt. Demnach wird voraussichtlich am 28. Februar 2027 das Volk entscheiden, ob das AKW-Neubauverbot aufgehoben werden soll, oder nicht. Bis dahin ist die Zukunft von Röstis Energiestrategie ungewiss. Besonders, da ein neues Kraftwerk bis zu 43 Milliarden Franken kosten könnte.
Der SVP-Bundesrat will mit seiner Stop-Blackout-Initiative erreichen, dass die Energiepolitik in der Schweiz technologieoffen bleibt. Die Gegnerschaft hält wiederum am Atomausstieg von 2017 fest. «Die Bevölkerung will keine neuen Atomkraftwerke – denn diese sind teuer, gefährlich und machen uns abhängig von Uranimporten aus Russland», heisst es in einer Mitteilung des Bündnisses «Nein zu neuen AKW». Die hohe Anzahl an Unterschriften stützt ihre Aussage. In unserer Community spalten sich die Gemüter wie die Brennstäbe.
So steht die Leserschaft zu neuen Kernkraftwerken
Gemäss einer Leserumfrage mit über 8200 Teilnehmern sind die beiden Lager sehr ausgeglichen. 52 Prozent für neue Atomkraftwerke. Sie sind überzeugt, dass die erneuerbaren Energien für den Schweizer Bedarf nicht ausreichen.
Auf der anderen Seite sprechen sich 49 Prozent gegen den Bau neuer AKW aus. Für sie sollten Wind-, Solar- und Wasserkraft die oberste Priorität haben. Auch in den Kommentaren machen sich beide Seiten der Energiedebatte stark.
«Je mehr Energie wir haben, desto besser»
Viele Leserinnen und Leser wollen sich AKW als mögliche Energiequelle offen halten. Hansi Müller ist einer von ihnen: «Ist doch kein Problem, wenn wir uns diese Technologie offen halten. Je mehr Energie wir haben, desto besser.» Georg Blaser kann nur zustimmen: «Es ist einfach nur kurzsichtig und rein ideologisch, sich den Weg für Technologien zu verbauen.»
Hanspeter Burri ist überzeugt: «Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die lückenlose Stromversorgung in unserem Land nur mit erneuerbarer Energie einfach nicht funktionieren wird. Es geht schlicht zu langsam voran.»
Auch Karin Stiefel ist überzeugt: «Wir brauchen neue AKW, auch wenn das vielen nicht passt. Die Alternative wäre, das ganze Land mit Windrädern zuzupflastern.» Thomas Kezmann schreibt: «Fakt ist, wir brauchen immer mehr Strom. Dafür braucht es AKW. Oder sollen wir im Winter im Dunkeln sitzen?»
Rolf Gurtner versteht die Aufregung nicht: «Es geht Rösti doch bloss darum, dass man ein neues AKW bauen könnte, wenn dann irgendwann eines nötig wäre. Entschieden ist noch gar nichts.» Dieter Neth befürwortet das Referendum wiederum auch als Freund der Atomkraft: «Ich finde, es macht Sinn, wenn man nach 10 Jahren Ausstieg mal eine Standortbestimmung macht. Die Frage ist doch, wie denkt das Volk jetzt über neue AKW?»
«Wir wollen keine neuen AKW mehr!»
Eine andere grosse Lesergruppe spricht sich aus mehreren Gründen gegen Atomstrom aus. Damian Darsser schreibt klar: «Wir wollen keine neuen AKW mehr!» Chris Hoss fragt zudem: «Haben die Befürworter neuer AKW schon irgendeine Idee, wer das finanzieren soll?» Auch für Jewel Meyer ist vor allem der Kostenpunkt entscheidend: «43 Milliarden! Und von den Entsorgungskosten hat auch noch niemand geredet. Dann doch lieber Solarpaneele und neue Staumauern.»
Auch für Theo Märki ist radioaktiver Abfall ein Knackpunkt: «Ich bin nicht grundsätzlich gegen Atomstrom. Aber solange der Bund noch kein Endlager gefunden hat, soll auch kein neues AKW gebaut werden dürfen.» Chris Betger schliesst sich an: «Aktuell bin ich klar dagegen. Neue AKW nur, wenn sie irgendwann bestehenden Strahlenmüll reduzieren können oder man anderweitig eine Lösung gefunden hat.»
Dieter Schuerer äussert scharfe Worte gegenüber unserem Energieminister: «Volksentscheide sind Rösti offenbar egal. Man kann ja einfach weitermachen und die Gegner zu laufenden Initiativen und Referenden zwingen.» Diana Sieg ist ebenfalls aufgebracht: «Rösti hat die Abstimmungsergebnisse zu akzeptieren! Volksentscheide zu umgehen, ist nicht sehr demokratisch.»