Leser zu PS-Limit für Junglenker
«Das ist nicht schikanös, sondern Schutz für die Bevölkerung!»

Sollten junge Fahrer nur noch begrenzte Motorleistungen fahren dürfen? Eine Umfrage unter unseren Lesern zeigt: Die Mehrheit ist überzeugt, dass ein PS-Limit Leben retten könnte.
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Immer wieder verursachen Neulenker mit hochmotorisierten Boliden schwere Unfälle.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gowago verweigert Junglenkern unter 25 Autos über 300 PS
  • 95 Prozent der Leser unterstützen ein PS-Limit für Junglenker
  • Nur 3,6 Prozent schwerer Unfälle 2019 betrafen Fahrzeuge über 136 PS
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Ein PS-Limit für Junglenker steht immer wieder zur Diskussion. In der Schweiz setzt der Leasinganbieter Gowago dies bereits um: Er vergibt keine hochmotorisierten Autos an Fahrer unter 25 Jahren. Die Grenze liegt bei 300 PS für Verbrenner und 400 PS für E-Autos. «Mit 25 ist man reifer und hat ein anderes Risikoverhalten als mit 18», erklärt Chief Experience Officer Simon Smit (46) die Regelung.

Auch Willi Wismer (60), Fahrlehrer und Präsident des Stiftungsrats von Road Cross Schweiz, begrüsst die Massnahme. Er spricht sich sogar für ein gesetzliches PS-Limit aus, um eine flächendeckende Umsetzung sicherzustellen. Der Nationalrat hat jedoch bereits 2022 eine Motion für eine PS-Beschränkung abgelehnt. Die Regierung argumentierte damals, dass nur 3,6 Prozent der 1’524 Unfälle im Jahr 2019 mit Getöteten oder Schwerverletzten auf Neulenkende mit Fahrzeugen über 136 PS zurückzuführen waren.

Community befürwortet PS-Limit

In unserer Leserschaft entfacht sich ebenfalls eine Debatte über begrenzte Motorleistungen für Junglenker. Unsere Leserumfrage zeigt ein klares Bild: Ganze 95 Prozent der Teilnehmer sprechen sich klar für ein PS-Limit aus. Sie sind der Meinung, eine solche Massnahme würde die Strassen sicherer machen. Nur restliche fünf Prozent sind gegen eine Regelung für Junglenker, da diese unfair sei für alle, die sich an die Regeln halten. 

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Dieser Wert zeigt sich auch in den Kommentaren. So schreibt Leser Walter Zimmermann: «Die CH-Verkehrsgesetze gehören dringendst revidiert! PS-Begrenzung wäre das oberste Ziel.» Er fügt hinzu, dass auch Leasingfahrzeuge stärker reguliert werden sollten, da sie leistungsstarke Autos leichter zugänglich machen.

«Kein Angriff, sondern eine Schutzmassnahme»

Jürg Kaufmann erklärt, dass PS-starke Autos oft teurer seien und meist besser mit Sicherheitsfeatures ausgestattet, was das Verletzungsrisiko bei Unfällen senken könne. Gleichzeitig warnt er aber vor den Gefahren für Neulenkende: «Das Risiko, dass ein Neulenker einen Unfall produziert, ist mit einem PS-starken Auto definitiv grösser, da das Auto mit einem übertriebenen Druck aufs Gaspedal schnell in schwer kontrollierbare Situationen gebracht werden kann, die von einem Neulenker nicht unter Kontrolle zu bringen sind.» 

Auch Leser Diego De La Vega hält strengere Regeln für notwendig. «Ein PS-Limit für Junglenker ist kein Angriff auf alle jungen Fahrer, sondern eine Schutzmassnahme für Unbeteiligte.» Zudem verweist er auf Dänemark: «Bei extremem Rasen gilt dort das Auto als Tatmittel und kann eingezogen und versteigert werden, auch wenn es geleast oder gemietet ist.» Genau diese Härte fehle in der Schweiz. Solange man nur diskutiere und nach jedem Todesfall betroffen schaue, ändere sich nichts. «Wer mit massiv überhöhter Geschwindigkeit Menschen gefährdet, soll den Ausweis lange verlieren und das Fahrzeug definitiv weg sein. Das ist nicht schikanös, sondern Schutz für die Bevölkerung. Der Schutz von Unbeteiligten muss wichtiger sein als PS-Ego und Geschäftsinteressen!» 

Widerstand gegen Regulierung

Doch nicht alle teilen diese Meinung. René Stebler etwa betont aus Erfahrung als Vater, dass PS-starke Fahrzeuge an sich kein Problem darstellen würden. «Erste Verbrenner-Fahrzeuge von Sohn 366 PS und Tochter 326 PS. Keine Unfälle und absolut keine krassen Überschreitungen der vorgegebenen Tempolimiten.» Seiner Ansicht nach würden immer wieder neue Regelungen gefordert, die alles unnötig kompliziert machten. Man dürfe nicht alles verallgemeinern. «Es sind nicht die Fahrzeuge, sondern die Menschen am Steuer, die Regeln respektieren – oder eben nicht.»

User Illias Maier meint: «Eine PS-Begrenzung ist keine Lösung. Ich hatte jahrelang ein Auto mit 235 PS, das nur 640 Kilo schwer war. Es sind also circa 365 PS pro Tonne, was viele von diesen Sportwagen nicht erreichen.» Seiner Ansicht nach sei also nicht die Motorleistung das Problem, sondern das Verhalten der Fahrer.

Auch Peter Graf ist der Meinung, dass neue Gesetze nicht nötig sind. «Vielmehr braucht es Kontrollen, damit die bestehenden Gesetze auch tatsächlich eingehalten werden. Rechtsüberholen, Rotlichtübertritte, Missachtung des Rechtsvortritts, Kreiselfahren, Vortritt beim Bergwärtsfahren, Übertritte von doppelten Sicherheitslinien usw. sehe ich auf der Strasse täglich mehrfach.»

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