Darum gehts
- In Zürich Altstetten West werden 240 Parkplätze für Velorouten abgebaut
- Umfrage mit knapp 6000 Personen: 11 Prozent zahlen jetzt schon über 300 Franken monatlich
- Leser diskutieren heftig: «Autos nicht wichtiger als Menschen», sagen Befürworter
Autofahrer haben es künftig noch schwerer in der Stadt Zürich. In Altstetten-West muss ein Grossteil der Strassenparkplätze zugunsten von Velorouten weichen. Im Detail sollen von den bestehende 361 blauen Parkplätzen 224 abgebaut werden. Bei den aktuell 27 weissen Parkplätzen fallen 16 weg.
Mitte-Nationalrätin und Verbandspräsidentin Nicole Barandun (58) spricht sich deutlich gegen das Vorhaben aus. Es sei essenziell, genügend Parkplätze für das Gewerbe zu gewährleisten. «Wo sollen noch Handwerkerinnen und Handwerker zukünftig parkieren?», fragt sie. Auch für Mieterinnen und Mieter könnte die Parksituation durch die Kürzung nur teurer werden. Wir haben unsere Leserschaft gefragt, wie viel sie monatlich für einen Parkplatz in Zürich hinlegen.
Für so viel Geld parkt die Community in der Stadt
Eine Leserumfrage mit knapp 6000 Teilnehmern zeigt, dass nur 17 Prozent weniger als hundert Franken im Monat für einen Stadtparkplatz bezahlen. Bei den folgenden 29 Prozent sind es zwischen 100 und 200 Franken.
Bei 10 Prozent werden schon zwischen 200 und 300 Franken für einen Parkplatz in Zürich fällig. Weitere 11 Prozent blechen sogar mehr als 300 Franken. 33 Prozent enthalten sich, da sie keinen festen Parkplatz in der Stadt finanzieren. Die hohen Preise und das mangelnde Angebot ärgern bereits jetzt viele Leserinnen und Leser. Eine hitzige Diskussion bricht in den Kommentaren los.
«Zürich will zur absoluten Vorzeigestadt mutieren!»
Viele aus der Leserschaft sind über die Pläne der Stadt Zürich empört. Othmar Derwey ist einer von ihnen: «Zürich will, koste es, was es wolle, zur absoluten Vorzeigestadt mutieren! Das läuft langsam komplett in die falsche Richtung.» Manfred Ackermann berichtet aus Eigenerfahrung: «Es gibt viele teuer erstellte Fahrradstrecken und Fahrradparkplätze, die kaum benutzt werden. Wann wird dieser unsinnigen Zwängerei endlich Einhalt geboten?» Rolf Aebi merkt an: «Ich denke, es wird für alle Autofahrer in Zürich langsam Zeit, den Wohnort zu wechseln.»
Für Marco Castellano ist klar: «Die Politik will Autos nicht verbieten. Sie ändert lieber die Rahmenbedingungen, damit Einwohner und Gewerbe leiden. In Zürich geht es bergab.» Michael Wenger meint gar: «Keine Parkplätze, dann gibt es auch keine Handwerker. Die Städter können dann selbst schauen, wenn die Toilettenspülung nicht mehr geht.»
«Autos sind nicht wichtiger als Menschen»
Andere Kommentierende sehen in der schrumpfenden Anzahl an Stadtparkplätzen kein Problem. Martin Lüssi lobt die Städter: «Die Mehrheit der Stadtzürcher hat nun mal gemerkt, dass man nicht die ganze Stadt mit Parkplätzen zupflastern sollte. Autos sind nicht wichtiger als Menschen.» Auch Sascha Meier hebt hervor: «Die Wahlergebnisse in der Stadt Zürich zeigen, das Volk will das so. Weshalb nun der Aufschrei?»
Florian Schmitz zweifelt am Argument der Nationalrätin: «Wie viel Prozent der Parkplätze werden von Handwerkern gebraucht? Das ist ein Scheinargument. Ich glaube nicht, dass in Altstetten Hunderte Handwerker gleichzeitig einen Parkplatz benötigen.» Layla Bailey hebt zudem hervor: «All die Autos brauchen eben viel Platz. Sitzen die Leute stattdessen im ÖV oder auf dem Velo, dann ist das effizienter. Und nebenbei auch umweltfreundlich. Weiter so Zürich.»