Darum gehts
- Schweizer Paare nutzen immer häufiger Leihmutterschaft im Ausland, vor allem Georgien
- 2025 wurden im Kanton Zürich 25 ausländische Leihmutterschaftsgeburten registriert
- Hitzige Debatte: Kritiker betonen Kindeswohl, Befürworter sprechen von Einzelfällen
Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten. Trotzdem lassen immer mehr Schweizer Paare ihr Kind im Ausland von einer Leihmutter austragen. Besonders Georgien ist wegen vergleichsweise tiefer Kosten und einfacher Abläufe zu einer beliebten Destination geworden.
Die Zahlen zeigen den Trend: Im Kanton Zürich etwa wurden 2021 noch sechs Geburten durch Leihmutterschaft im Ausland registriert, 2023 waren es bereits 20 und 2025 rund 25. Auch in anderen Kantonen ist die Tendenz steigend.
Wie beurteilt die Community diese Entwicklung? In der Kommentarspalte entwickelt sich eine hitzige Moraldebatte: Während einige Verständnis für den Kinderwunsch zeigen, kritisieren andere die Leihmutterschaft scharf. Die negativen Stimmen überwiegen klar.
«Kinderhaben ist kein Menschenrecht!»
In der Kommentarspalte wird vor allem eine Frage kontrovers diskutiert: Darf der eigene Kinderwunsch eine Leihmutterschaft rechtfertigen? Für viele ist die Antwort klar: Nein.
Lotti Müller schreibt: «Einfach nur schlimm! Kinderhaben ist kein Menschenrecht!» Sie plädiert deshalb dafür, Leihmutterschaft schon dem Kind zuliebe zu verbieten. Auch Anja Schoeps fordert: «Kinder gegen Geld austragen sollte überall verboten werden.»
«Kinderwunsch kein Anspruch, der jedes Mittel rechtfertigt»
Im Zentrum der Kritik steht für viele das Kindeswohl. Hugo Meier argumentiert: «Ein Kinderwunsch ist verständlich, aber er ist kein Anspruch, der automatisch jedes Mittel rechtfertigt.» Chris Schneider fragt: «Was geschieht, wenn es krank, behindert oder psychisch belastet zur Welt kommt und nicht dem ‹bestellten› Wunschkind entspricht?» Für ihn ist klar: Ein Kind ist kein Produkt mit Rückgaberecht.
Auch die rechtliche Seite sorgt für Kritik. Hans Blatter schreibt: «Ich hätte ein schlechtes Gewissen. Man muss im Leben auch lernen, dass nicht alles klappt, wie man will.» Eliane Knaus geht noch weiter und kritisiert, dass die Eltern trotz des Verbots nicht bestraft würden: «Super, die Eltern werden nicht mal gebüsst. Eigentlich müssten beide verklagt werden. Sie machen etwas Illegales.»
«Moralkeule wird es nicht ändern – Kinderwunsch ist stärker»
Als Alternative wird mehrfach die Adoption genannt. Rolf Gurtner ist überzeugt, dass es viele Kinder gebe, die um Adoptiveltern froh wären. Auch die Situation der Leihmütter wird thematisiert. Maria Gabriel gibt zu bedenken: «So ganz freiwillig machen das die Leihmütter nicht. Sie sind oft in einer schwierigen Situation.»
Doch es gibt auch Gegenstimmen. Der moralischen Kritik vieler in der Community hält etwa Mathias Kasdorf entgegen: «Die Moralkeule wird es nicht ändern. Der Kinderwunsch ist stärker.» Wenn man die Brille der Moral absetze, sei es eine Win-win-Situation, ist er überzeugt. Mit Blick auf homosexuelle Paare fragt er: «Wie soll ein schwules Ehepaar ein Kind bekommen, wenn nicht durch eine Leihmutter im Ausland? Diese Frage muss erlaubt sein.»