Darum gehts
- SRF-Korrespondent Roger Aebli hatte wegen gesundheitlicher Probleme zwei Aussetzer
- Leser kritisieren SRF für Arbeitsüberlastung, zeigen aber Verständnis für Aebli
- 47 Prozent fühlen sich bei der Arbeit oft überlastet, nur 17 Prozent unterstützt
«Ich bin kurz vor dem Nervenzusammenbruch», hiess es vom US-Korrespondent Roger Aebli in der SRF-Sondersendung vom Samstagmittag. Er musste daraufhin seine Schaltung zur Venezuela-Berichterstattung wegen eines Migräneanfalles kurzfristig abbrechen, hiess es später vom SRF-Korrespondenten-Chef Stefan Reinhart. Jedoch kam es bei Aeblis Einsatz am Sonntag wieder zu einem Vorfall.
Florian Inhausers Kommentar in der Sendung am Samstag fasst es wohl passend zusammen: «Gut, da ist jemand ganz offensichtlich überarbeitet. Und das kann auch mal passieren in Zeiten, in denen sich die Ereignisse überschlagen.»
In unserer Community gibt es viele wütende Stimmen. Jedoch sind diese nicht gegen Aebli, sondern gegen das SRF gerichtet. In einer Blick-Umfrage waren mehr als 80 Prozent der Meinung, Aebli hätte nach dem Vorfall am Samstag nicht direkt wieder eingesetzt werden dürfen. Es hagelt Überlastungsvorwürfe, aber auch Empathie für den US-Korrespondenten.
«Er ist ein Mensch und keine Maschine!»
Ein Grossteil der Leserinnen und Leser hat Verständnis für Roger Aebli. Karina Keller schreibt: «Ich finde ihn sehr sympathisch. Wir sind alle nur Menschen, wünsche gute Besserung!» Auch Walter Zeeger hat ähnliche Worte: «Ich finde Herrn Aebli sehr gut und hoffe, dass er sich die Zeit gibt, um sich zu erholen.»
Viele fürchten um die Gesundheit des Korrespondenten. Lorenzo Lafessa rät: «Vorsicht, wenn sich der Körper meldet, wurde schon öfter nicht zugehört. Ein Burnout lohnt sich nicht, selbst für den besten Job.» Auch Thomas Schwab kommentiert: «Das sah nicht gut aus, besser, er macht eine längere Pause und nicht nur ein paar Tage.»
Roger Bohrer schreibt: «Ich finde dies nicht schlimm, sondern menschlich. Das passiert jedem zwischendurch einmal.» Mike Bodul stimmt zu: «Auch er ist ein Mensch und keine Maschine, gebt ihm Zeit!»
Unsere Community zur Arbeitsüberlastung
Weniger Sympathie wird dem SRF entgegengebracht. Viele Lesende erkennen in der Reaktion des öffentlichen Senders auf den Fall die Probleme des aktuellen Arbeitsmarktes. In einer nicht repräsentativen Umfrage mit knapp 800 Teilnehmern gaben 47 Prozent an, dass sie sich bei der Arbeit oft überlastet und von ihrem Arbeitgeber im Stich gelassen fühlen. Nur 17 Prozent gaben an, dass sie in solchen Situationen von ihrem Betrieb unterstützt werden. 35 Prozent fühlen sich gar nicht überlastet.
«Der Verantwortliche hat versagt»
Ruben Muralt schreibt zu dem Fall deutlich: «Der Verantwortliche hat versagt. Obwohl er es doch wahrscheinlich nur gut gemeint hat.» Auch Rico Schmied meint: «Es ist heute gang und gäbe, dass man trotz Überlastung arbeitet. Sonst ist man schnell auf einer Liste. So weit haben wir es gebracht!»
«Wenn man Mitarbeiter so unter Druck setzt, kommt gerade das hier heraus!», kritisiert Paul Herzog. Er fragt: «Hat das SRF nichts Besseres zu tun, als die eigenen Mitarbeiter noch mehr zu stressen?» Dem stimmt Dominik Bamert zu: «Zuerst die eigenen Mitarbeiter auspressen, sie einen Tag nach dem Zusammenbruch direkt wieder vor die Kamera schieben.» Und auch Erwin Nussle schreibt: «Kein Chef sollte seinen Mitarbeiter so weiterarbeiten lassen.»