Darum gehts
- Bürgerliche Parteien starten neuen Anlauf zur Pensionskassen-Reform
- Beitragsbeginn soll von 25 auf 20 Jahre gesenkt werden
- Kommentarspalte zeigt kritische Stimmen aus der Community
Nach dem deutlichen Nein zur Pensionskassen-Reform im Jahr 2024 nehmen bürgerliche Parteien einen neuen Anlauf bei der beruflichen Vorsorge. Geplant ist unter anderem, dass Arbeitnehmende künftig bereits ab 20 Jahren – statt wie heute ab 25 – in die Pensionskasse einzahlen. Zudem sollen die heutigen vier Altersgutschriften durch ein vereinfachtes Modell mit nur noch zwei Beitragssätzen ersetzt werden. Ziel der Reformvorschläge ist es, das Alterskapital zu stärken und ältere Arbeitnehmende für Arbeitgeber attraktiver zu machen.
Umfrage zeigt geteiltes Meinungsbild
In unserer Community stossen die Reformpläne auf ein gemischtes Echo. Laut einer Blick-Umfrage begrüssen 41 Prozent die Vorschläge und sehen darin Vorteile für junge Versicherte sowie bessere Chancen für ältere Arbeitnehmende auf dem Arbeitsmarkt. 30 Prozent unterstützen zwar den früheren Sparbeginn, warnen jedoch vor möglichen Nachteilen durch neue Beitragssätze – insbesondere für ältere Generationen. 29 Prozent lehnen die Reform klar ab und halten beide Vorschläge für unausgereift.
«Hört auf, uns für dumm zu verkaufen!»
In der Kommentarspalte dominieren kritische Stimmen. Vreneli Meier schreibt: «Diese Idee kommt nur den Arbeitgebern zugute. 14 Prozent ab 44 sind deutlich weniger als heute, mit 15 Prozent ab 45 und 18 Prozent ab 55. Gleichzeitig soll noch der Umwandlungssatz gesenkt werden? Es kommt viel weniger Sparkapital zusammen!»
Auch Leser Diego De La Vega äussert seine Empörung: «Das ist Rentenklau per Salami-Taktik! 2024 hat das Volk dem eine klare Abfuhr erteilt. Nun servieren uns die Politiker denselben Brei scheibchenweise. Den Jungen, die jeden Franken brauchen, wird der Lohn gekürzt. Die heutige Ü50-Generation wird enteignet. Sie haben als Junge wenig angespart und sollen jetzt kurz vor der Rente auch weniger einzahlen? Das Resultat ist eine garantierte Rentenlücke! Es ist eine Entlastung der Arbeitgeber auf unsere Kosten. Nein heisst Nein – hört auf, uns für dumm zu verkaufen!»
Befürwortung mit Vorbehalten
Einige Leser begrüssen einzelne Aspekte der Reform, sehen darin aber noch viel Potenzial für Verbesserungen. Beat Huggenberger etwa findet den früheren Sparbeginn ab 20 Jahren grundsätzlich richtig, kritisiert jedoch die geplanten Beitragssätze: «Im Alter, wo die Gehälter eh schon deutlich höher sind, soll die Arbeit der Älteren weiterhin zusätzlich durch höhere Beiträge verteuert werden? Ein Unsinn! Wenn schon, sollte es eher umgekehrt sein, damit der Sparanteil bei den Jüngeren höher ausfällt. Akzeptabel wär aus meiner Sicht höchstens noch ein gleichbleibender Einheitsbeitrag im Bereich von zehn bis zwölf Prozent während der gesamten Erwerbstätigkeit.»
Fridolin Glarner sieht dies ähnlich: «Heute sollte es nur noch einen einheitlichen Beitragssatz geben. Der Koordinationsabzug sollte auch wesentlich tiefer sein und das Einkommen aus verschiedenen gleichzeitigen Anstellungen kumuliert werden können, damit auch Teilzeitangestelle und Geringverdiener einer PK beitreten können. Mit dem heutigen BVG haben wir immer mehr Menschen, die auf Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen angewiesen sind.»
Henry Erhard sieht die Einführung der neuen Altersgutschriften als einen guten Anfang: «Endlich! Vor 20 Jahren war ich mit 50 Jahren arbeitslos. Trotz guter Ausbildung und Berufserfahrung musste ich sehr lange auf den Neueinstieg warten. Die hohen PK-Beiträge, die auch der Arbeitgeber für sein Personal entrichten muss, waren mit ein Grund, dass ich sehr lange unter der Arbeitslosigkeit leiden musste.» Statt wie geplant nur noch zwei Beitragssätze fände er es am besten, wenn es künftig nur noch einen einheitlichen Beitragssatz für alle geben würde.