Darum gehts
- SRG erhält 1,29 Milliarden Franken aus Serafe-Abgabe, Budget sinkt bis 2029
- Kritik an hohen SRG-Löhnen und ineffizientem Einsatz der Mitarbeitenden
- Über 7000 SRG-Mitarbeitende verursachen jährlich Ausgaben von 657 Millionen Franken
Die SRG erzielt über 80 Prozent ihrer Einnahmen aus der Serafe-Abgabe – aktuell rund 1,29 Milliarden Franken. Doch der finanzielle Spielraum schrumpft: Werbe- und Sponsoreneinnahmen gehen zurück, der Teuerungsausgleich wurde gekürzt, und die Haushaltsabgabe sinkt unabhängig vom Abstimmungsausgang der Halbierungsinitiative bis 2029 auf 300 Franken. Damit stehen der SRG jährlich rund 120 Millionen Franken weniger zur Verfügung. Wird die Initiative angenommen, würde sich das Budget laut Bund sogar auf etwa 630 Millionen Franken halbieren.
Kritik an den Ausgaben und der Lohnpolitik
Der grösste Kostenblock der SRG ist das Personal: Mehr als 7000 Mitarbeitende verursachen über die Hälfte der Ausgaben, mit einer jährlichen Lohnsumme von rund 657 Millionen Franken. Die Kaderlöhne machen dabei nur einen kleinen Anteil aus und werden selbst von den Initianten nicht als zentraler Hebel für Einsparungen angesehen.
Dennoch setzen in der Kommentarspalte viele Leserinnen und Leser ihre Kritik gerade an diesem Punkt an. Andrea Salvini schreibt: «Hohe, obligatorische Gebühren sichern das Überleben, ersetzen aber keine Legitimation. Wo der finanzielle Druck fehlt, leidet oft der Innovationswille. Genau das spüren viele Zuschauerinnen und Zuschauer.» Besonders stossend wirke dabei die Lohnpolitik. «Spitzenlöhne in einem gebührenfinanzierten Betrieb untergraben das Vertrauen, unabhängig davon, ob sie betriebswirtschaftlich erklärbar sind», ergänzt sie.
«Eine Chance, den Betrieb zu verschlanken»
Ähnlich urteilt Beat Härtsch: «Die SRG braucht wohl Nachhilfestunden in Sachen Sparen: Erstens bei den übertriebenen Gehältern, zweitens bei den unzähligen hauseigenen Korrespondenten rund um den Erdball, drittens bei den zwei Kommentatoren bei Sportsendungen, von denen einer völlig ausreicht.» Auch bei diversen Radiosendungen sieht der User Einsparpotenzial. «Der ganze Apparat ist völlig aufgeblasen und muss dringend abgespeckt werden!»
Thomas Keller ergänzt diese Kritik pointiert: «Die SRG bekommt heute über 1,2 Milliarden Franken aus der Serafe-Abgabe – rund 3,3 Millionen Franken pro Tag. Das ist einfach zu viel Geld für einen Betrieb, der in vielen Bereichen aufgebläht wirkt. Die Halbierungsinitative ist eine Chance, den Betrieb zu verschlanken und die Kosten beim Personal und der Organisation deutlich zu reduzieren.» Der Leser betont, dass Effizienz sowie eine Konzentration auf den Kernauftrag längst überfällig seien, um den Service public auch künftig sinnvoll zu erhalten.
Stimmen gegen die Halbierungsinitiative
Im Gegensatz dazu bewerten andere Leser die Rolle der SRG differenzierter. Patrick Lüthi etwa lehnt die Initiative entschieden ab: «Die grossen Verlierer bei einem Ja sind die Randregionen, der Sport und die Kultur. Ihre Sichtbarkeit wird rapide schwinden. Letztendlich sind dies die wichtigsten verbindenden Elemente unseres Landes!»
Daniel Müller betont das breite Angebot der SRG: «Es ist schon erschreckend, wie wenig hier die Leute wissen, was die SRG alles macht. Vier Landessprachen, Regional-Journale, Schulfernsehen, wichtige Dokus, Dutzende Radiosendungen mit verschiedenem Inhalt, Unterstützung des CH-Filmschaffens und vieles mehr. Dass dabei neutral berichtet wird, scheint den Leuten hier egal zu sein. Ohne SRG werden uns dann nur noch Milliardäre mit Nonsens berieseln. Wollt ihr das wirklich? Ein kräftiges Nein für die Schweiz!»
Chris Chelios ergänzt: «Wir brauchen einen öffentlichen, unabhängigen Anbieter, gerade in unruhigen Zeiten wie diesen. Und umso mehr in einem mehrsprachigen Land. Mit Annahme der Initiative würden immer mehr Bereiche ins PayTV abwandern, die jetzt noch bei der SRG laufen.»