Darum gehts
- Am 8. März wird über die Abschaffung der Heiratsstrafe entschieden
- Einverdiener-Ehepaare und solche mit ungleichem Einkommen könnten durch Individualsteuer schlechter gestellt werden
- Kantone müssen bis 2032 Steuersystem anpassen, Auswirkungen unklar
Am 8. März wird über die Individualbesteuerung entschieden. Mit einer Annahme würde die sogenannte Heiratsstrafe abgeschafft. So einfach, wie es klingt, ist es jedoch nicht. Denn: Auch im neuen Steuersystem würde es Gewinner und Verlierer geben.
Konkret würden vor allem Einverdiener-Ehepaare oder jene, bei denen sich das Einkommen stark unterscheidet, schlechter wegkommen. Kinder oder nicht, die Gewinner sind vor allem Zweiverdiener-Ehepaare, bei denen sich das Einkommen gleichmässig auf beide Partner verteilt.
Ob bei dieser Ungleichheit auf Kantonsebene gegengelenkt würde, ist unklar. Bei einer Annahme haben die Kantone nämlich bis spätestens 2032 Zeit, um ihr Steuersystem konkret anzupassen. Bei diesen Aussichten stellen sich viele Leserinnen und Leser gegen die Individualsteuer.
«Das traditionelle Familienmodell wird abgestraft»
Für viele User ist die Benachteiligung ungleich verdienender Ehepaare inakzeptabel. Michael Lenherr zählt sich dazu: «Wenn die Frau nur wenig arbeitet und das Kind hütet, wird die Familie bestraft. Schade und unfair.» Leo Furrer fügt an: «Bei Paaren passiert es schnell, dass der Vater voll arbeitet und die Mutter reduziert. Dann zahlt man mehr. Ich dachte, man wolle die Heiratsstrafe abschaffen?»
Björn Gerbes fürchtet, dass die Individualsteuer das Problem nur verschieben würde: «Gut verdienende Paare mit zwei hohen Einkommen werden entlastet, dafür werden viele andere Paare und Alleinerziehende mehr bezahlen müssen.» Fritz Maier stimmt zu: «Hier wird nur eine Ungerechtigkeit durch eine andere ersetzt.»
Roland Waldispühl hat ebenfalls einen klaren Standpunkt: «Wieder soll das traditionelle Familienmodell abgestraft werden. Ein ganz klares Nein!» Auch Edith Brugger kommentiert entschieden: «Der Staat hat nicht vorzuschreiben, welches Familienmodell er bevorzugt!»
«Der versprochene Vorteil kann schnell verpuffen»
Bei der Ungewissheit um die Massnahmen der Kantone wird auch vielen aus der Leserschaft unwohl. Rolf Stäheli fragt besorgt: «Heisst das, jeder Kanton kann später nach Belieben handeln? Das ist keine Transparenz, sondern ein politischer Blindflug.» Eine solche Vorlage sei kein sauber ausgearbeitetes Gesetz. Auch Otto Jossi schreibt: «Diese Rechnung zeigt ohne Kantons- und Gemeindesteuer nur die Spitze des Eisberges. Es wird ein Desaster geben.»
Bei Thomas Schatzmann ist das Vertrauen in die Kantone tief: «Je nachdem, wie die Kantone das Ganze umsetzen, sieht die Rechnung für Ehepaare dann ganz mies aus.» Markus Mauser schliesst sich an: «Wie die Kantone reagieren werden, weiss niemand. Der versprochene Vorteil kann schnell verpuffen.»